Berlin : Alle zufrieden mit dem 1. Mai

Innenpolitiker loben die Polizei – weniger junge Krawallmacher

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Innenpolitiker aller Fraktionen des Abgeordnetenhauses haben die Polizei für ihre Einsätze um den 1. Mai gelobt. Die „Strategie der ausgestreckten Hand“ und das entschlossene Vorgehen gegen Randalierer seien effektiv und richtig gewesen, hieß es. Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte, dass es im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht im Mauerpark und dem 1. Mai in Kreuzberg 348 Freiheitsentziehungen gegeben habe. 113 Personen seien dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden; diese hätten 98 Haftbefehle verhängt. Wie viele der Verhafteten jetzt noch in Untersuchungshaft sind, war bei der Staatsanwaltschaft am Montag nicht zu erfahren.

Abgeordnete, die sich am Abend des 1. Mai in Kreuzberg umgesehen haben, bemerkten unter den Krawallmachern die Gruppen, die auch in den Vorjahren aufgefallen waren: Autonome, Punks, junge Türken und Oberschüler, die offenbar nicht aus Kreuzberg kamen. Wegen der auf Spannungsabbau zielenden Strategie der Polizei sind diese Gruppen offenbar deutlicher als früher aufgefallen. Die GrünenAbgeordneten Wolfgang Wieland und Özcan Mutlu betonten, die Kreuzberger Kiezbewohner seien deshalb weniger denn je zur Solidarisierung mit gewaltbereiten Mai-Demonstranten bereit gewesen.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) bestätigte den Eindruck von Demonstrationsbeobachtern, dass weniger Minderjährige als früher an den Krawallen beteiligt waren. Von den Festgenommenen seien 46 Heranwachsende gewesen (also zwischen 18 und 21 Jahren) und nur 24 Jugendliche (14 bis 18 Jahre alt). Im vergangenen Jahr waren 52 Jugendliche festgenommen worden – also mehr als doppelt soviele wvb.

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