Berlin : Alles andere als blumig

Drei Initiativen mit „Berliner Tulpe für deutsch-türkischen Gemeinsinn“ geehrt

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Der Verein „Diyalog“ für kulturellen Austausch veranstaltet seit mehr als zehn Jahren ein multikulturelles Theaterfest. Die „Freunde der Kreuzberger Lemgo- Grundschule“ kümmern sich um Migrantenkinder mit ihrem Projekt „Vorbilder machen Mut“. Die „Aktion Buntes Kreuzberg“ setzt sich für eine lebenswerte Umwelt mit mehr Grün, sauberen Straßen und mehr Festlichkeiten ein. Und bei allen drei Initiativen packt jeder mit an, egal welcher Nationalität und welchen Glaubens. Am Montagabend erhielt nun das Trio im Roten Rathaus aus der Hand des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit einen erstmals gestifteten Preis: Die „Berliner Tulpe für deutsch-türkischen Gemeinsinn“.

Unter dem Motto „Gemeinsam aktiv für Verständigung“ wird der Preis in Hamburg schon seit etlichen Jahren verliehen. Die Tulpenblüte ist sein Symbol, weil diese Pflanze im 16. Jahrhundert aus dem Osmanischen Reich nach Europa kam, sich dort schnell ausbreitete und somit „als Beispiel für eine gelungene Integration angesehen werden kann“, erläuterte am Montag der Senatsbeauftragte für Integration und Migration, Günter Piening.

Gemeinsam mit der Körber-Stiftung, der Werkstatt der Kulturen und Radyo Metropol hat er die mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Anerkennung für die ersten drei Gewinner nun auch für vorbildliche Projekte in Berlin gestiftet.

Eine türkisch-deutsche Jury wählte die Sieger aus. Der erste Preis ging an „Diyalog“ e. V. Dessen Theaterfest gibt es seit 1997. Mehr als 170 Bühnenstücke wurden seither geboten. Preis Nummer zwei teilen sich die „Aktion Buntes Kreuzberg“und die „Freunde der Lemgo-Grundschule“. „Wir sind stolz und aufgeregt“, freute sich gestern die Sprecherin des Schulvereins Ursula Logar. Im Rahmen des Projektes „Vorbilder machen Mut“ haben seine Mitglieder aktive Menschen aus dem Kiez in den Unterricht geholt oder mit Kindern am Arbeitsplatz besucht: Die Hebamme, den Bäcker, eine Rapperin. „Manche türkische Mädchen kannten ja bisher nur einen Beruf“, sagt Ursula Logar – „Mutter zu sein.“ CS

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