Berlin : Alles auf Anfang

Das neue Restaurant „Kadima“ im Centrum Judaicum

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Rund drei Jahre hat das Restaurant leer gestanden – kaum denkbar angesichts der Lage in der Mitte der Oranienburger Straße. Doch das Centrum Judaicum mit der Synagoge im Mittelpunkt ist ein schwieriger Standort, Allerweltsküche ohne Bezug auf jüdische Tradition scheint hier kaum denkbar. Doch jetzt ist der Neuanfang gelungen: „Kadima“ heißt das völlig neu gestaltete Restaurant, hebräisch für „Anfang“ und nicht ganz zufällig identisch mit dem Namen der neuen, von Ariel Scharon gegründeten israelischen Partei.

Optisch schwebte den Machern, die in Berlin und Hamburg auch eine Hand voll Hotels betreiben, die Atmosphäre eines jüdischen Kaffeehauses der 20er Jahre vor. Kulinarisch will man aber nicht nur mit einem – sehr eindrucksvoll aussehenden – Kuchenbuffet punkten, sondern die jüdisch-russische Küche pflegen. „Kosher style“ ist das Stichwort: Milchprodukte und Fleisch werden getrennt verarbeitet, Schweinefleisch ist verpönt, aber streng koschere Küche gibt es nur auf Anfrage für Bankette.

Küchenchef Ulrich Walter, geboren in Frankfurt am Main, war zuletzt Sous-Chef im Radisson-Hotel in Berlin. Er setzt auf Überraschungseffekte und serviert traditionelle Klassiker wie Borschtsch ebenso wie moderne, eher mediterrane Gerichte, beispielsweise gebackenen Wolfsbarsch mit Gemüsestroh im Bananenblatt. Geöffnet ist täglich von 10 bis 2 Uhr, Tel.: 2759 4251, Oranienburger Straße 28, Mitte. bm

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