Berlin : Alles außer Lady Gaga

15 Jahre Velodrom und Max-Schmeling-Halle.

Annika Sartor

Die Führung durch die Max-Schmeling-Halle endet auf der Toilette im Backstage-Bereich. So hoch hängen hier die Spiegel, dass ein normaler Besucher mit Mühe seinen Scheitel begutachten kann. Sie wurden einst für die Basketballer von Alba Berlin angebracht, die in der Halle für ihre Heimspiele schwitzten – und 2008 zur Konkurrenz in die O2-World zogen. „Das haben wir sehr bedauert“, sagt Sally Julian Rothholz, Geschäftsführer von Velomax, dem Betreiber von Max-Schmeling-Halle und Velodrom. Dennoch ist er zufrieden: Seine beiden Veranstaltungshallen feiern 15-jähriges Bestehen.

Ursprünglich wurde die Schmeling-Halle für die Olympia-Bewerbung im Jahr 2000 als Boxhalle konzipiert. Doch die Spiele gingen nach Sydney und die Planungen in eine zweite Runde. Seitdem gastierten hier nicht nur Boxer, sondern auch Stars wie Robbie Williams, Kylie Minogue – und Tabaluga. Auch die CDU tagte schon in der Arena. In beiden Hallen zählten die Betreiber seit Eröffnung rund 15 Millionen Gäste bei mehr als 1800 Veranstaltungen, und sie können viele Anekdoten erzählen: davon, wie vor einem Madonna-Konzert die Leitungen des hauseigenen Ticketverkaufs zusammenbrachen oder wie bei der Veranstaltung „Zirkus Welten“ ein Kamel in Richtung des S-Bahnhofs Landsberger Allee ausbüxte.

Mit der O2-World bekamen die beiden Hallen ernste Konkurrenz. Die modernere Arena fasst bis zu 17 000 Zuschauer, die Max-Schmeling-Halle knapp 12 000. „Wenn jemand weiß, er kann die O2-World füllen, dann brauchen wir den gar nicht erst zu fragen“, sagt Rothholz. „Lady Gaga kommt nicht zu uns.“ Dennoch habe die Max-Schmeling-Halle eine Auslastung von 170 Tagen im Jahr – 40 mehr als die O2-World – zum Beispiel durch Messen, die mehrere Tage dauern. Höhepunkte dieses Jahr sind Auftritte von DJ Bobo und Seeed. Und die Schmeling-Halle hat wieder zwei Heim-Mannschaften: die Handballer Füchse Berlin und die Volleyballspieler Berlin Recycling Volleys. „Damit ist der Abgang von Alba mehr als ausgeglichen worden“, sagt Rothholz. Annika Sartor

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