Berlin : Alles Banane

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VON TAG ZU TAG

Björn Seeling freut sich über eine Südfrucht, die doch noch in den Osten fand

Am Alex wächst was: eine Banane. Das mag überraschen, denn bisher gedeiht dort höchstens Telespargel. Aber der Boden in Berlins Mitte verträgt noch eine andere Fruchtfolge, wie portugiesische Geldgeber herausgefunden haben wollen. Und so setzen sie auf die Banane. Na gut, es ist keine echte Banane (mit Schale), die künftig nahe dem Alexanderplatz wachsen soll, sondern ein GebäudeEnsemble, das wegen seines krummen Grundrisses so heißt. Aber trotzdem ist es doch ein schöner Zug, dass der sympathischen Südfrucht, die bekanntlich reich an Mineralstoffen (Kalium) und noch mehr Symbolkraft (deutsche Einheit) ist, ein Denkmal aus Glas und Beton gesetzt wird. Lange genug wurde sie schließlich veralbert (von westdeutschen Satiremagazinen) oder fristete ein Schattendasein zwischen Pfirsich und Melone (im Obstladen). Ein Hoch auf die Portugiesen, dass sie nicht auf Vinho verde oder die schnöde Olive setzen, sondern auf die Banane! Schwierig wird es nun allerdings mit der Klärung der Frage, warum die Banane krumm ist. Denn ein Grund scheidet mit dem Baustart im Schatten des Fernsehturms ja aus. Wie hieß es doch früher so schön? Die Banane ist krumm, weil sie einen Bogen um den Osten macht.

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