Berlin : Alles dreht sich, alles bewegt sich

Mit dem Bundespresseball hat die Ballsaison einen Höhepunkt erreicht. Und wieder stellt sich die Frage der richtigen Kleidung

Elisabeth Binder

„Was ziehe ich nur an?“ Vor dem Bundespresseball am Freitag wird die Kleiderfrage wohl die meistgestellte sein. Aber nicht nur dort. Schließlich hat die Ballsaison gerade erst begonnen. Wichtig ist für alle, die sich gern auf dem Parkett drehen wollen: International gültige Dresscodes werden auf Berliner Bällen deutlich ernster genommen als früher. Vergangen sind die Zeiten, da man ein einziges Abendkleid mehrere Jahre hintereinander anziehen konnte. Wer bewundert werden und modisch auf jeden Fall auf der Höhe sein will, orientiert sich am besten in den bunten Blättern daran, was bei großen US-Galas so getragen wird. In diesem Jahr wird man häufig mit schmalen, figurbetonten Silhouetten und leuchtenden Seidenroben konfrontiert werden, die Farben Feuerrot und Lila sind ganz en vogue. Beim Auftakt der Tanzsaison, der Aids-Gala am Anfang des Monats, hat sich das bereits gezeigt. Die Begum Inaara Khan kam in Dunkelviolett.

Außerdem verstärkt sich der Trend zum Metalliclook in Silber oder Gold. Damit entfernt man sich allerdings entschieden aus den praktischen und bequemen Sphären. Das Quartier 206 etwa hat aktuell eine burgunderfarbene Robe aus Mohair und Pailletten von Marc Jacobs im Angebot, außerdem ein hellrotes Empirekleid aus Satin von Marchesa und ein mitternachtsblaues, besticktes Kleid aus Seidensamt von Oskar de la Renta. Bei der mit Finanzmächtigen gut besetzten Gala für Verständigung und Toleranz im Jüdischen Museum waren einige kostbare Beispiele zu besichtigen.

Gern getragen wird auch der „Nude Look“, der sich durch weich fallende, lange haut- oder elfenbeinfarbene Kleider auszeichnet. Hollywood-Diven haben ihn bei ihren Auftritten auf diversen Galas bekannt gemacht, obwohl die Outfits durchaus empfindlich sind. Leider gerät man bei Bällen ja immer wieder ins Gedränge und sollte solche Aspekte auch mit in die Überlegungen einfließen lassen. Praktisch veranlagte Damen greifen auch gern zum Smoking, der in diesem Fall nicht schwarz sein muss. Champagnerfarben nähert man sich so dem „Nude Look“ auf weniger weiche Weise an.

Die Herren kommen nach wie vor im schwarzen oder auch nachtblauen Smoking oder im Frack. Die Zahl derer, die sich mit einem schwarzen Anzug begnügen, hat in den letzten Jahren freilich merklich abgenommen. Dass sich die Anschaffung eines Smokings nicht lohnt, braucht nur noch zu befürchten, wer oft sein Gewicht verändert.

Zum Bundespresseball, der nicht allgemein zugänglich ist, gibt es jede Menge attraktiver Alternativen zum Ausführen solcher Stücke. Silvester ist ein klassischer Ballabend. Viele große Hotels bieten entsprechende Arrangements. In diesem Jahr gibt es außerdem ein besonderes Revival: die Silvestergala in der Staatsoper Unter den Linden. Die beginnt am Silvesterabend feierlich um 19.30 Uhr mit Beethovens 9. Sinfonie, dirigiert von Daniel Barenboim.

Einen Neustart erleben auch die Besucher des – für alle zugänglichen – Berliner Presseballs, der nach einem finanziellen Desaster von neuen Betreibern mit frischem Ehrgeiz veranstaltet wird. Geschäftsführer Andreas Dorfmann lädt am 12. Januar 2008 unter dem Motto „Shalom Israel“ ein. Erstmals findet der Ball im Maritim Hotel in der Stauffenbergstraße statt. Das neue Haus hat sich schon wiederholt beim ADAC-Ball bewährt, der nach wie vor zu den populärsten Tanzveranstaltungen Berlins gehört. Dort gibt es am 26. Januar zwei Tanzparketts, außerdem eine Show- und Flaniermeile.

Wer statt Autos lieber das Grüne mag, der kann sich für den Ball der Gartenfreunde entscheiden. Er steigt am 18. Januar im Palais am Funkturm Orchestermusik, dazu gibt es Schlager von Jürgen Drews und volkstümliche Tanzklänge.

Am 1. März 2008 feiert der VBKI mit dem Partnerland Bulgarien, einem traditionell einwandfreien Preis-Leistungs-Verhältnis und ebenso traditionell gut gelaunten Gästen seinen Ball im Interconti.

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