Berlin : Alles ein Märchen

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Schöneberg. Im Oktober sollte einst der Bau des 200-Millionen-Projekts „Orienta“, eines orientalischen Handels- und Kulturzentrums, auf dem Gelände des Prälat Schöneberg beginnen. Gerechnet wurde damals in Mark, denn der Grundsein für die Gebäude an der Hauptstraße sollte im Oktober 2000 gelegt werden. Nichts tat sich, nichts tut sich, das Gelände der einstigen Festsäle verwahrlost immer mehr. Es brannte im August, doch die Projektentwickler versicherten stets, es gehe voran. Alles blieb wie ein Märchen aus 1001 Nacht. „Das Orienta ist endgültig geplatzt“, sagt die zuständige Stadträtin Elisabeth Ziemer.

„Das klingt hart“, sagt Verena Herfort von der Hamburger Firma ITCM, die den Traum zur Wirklichkeit machen wollte. Aber Optimismus kann sie auch sie nicht mehr verbreiten. „Wir haben das Konzept mittelfristig auf Eis gelegt.“ Termine werden gar nicht mehr genannt. Das Unternehmen, das Konzeption, Vermietung und Management für Orienta übernehmen wollte, habe keinen End-Investor als starken starken, potenten Partner für ein „spektakuläres und neuartiges Projekt“ finden können. Die Terroranschläge vom 11. September hätten letztlich die Stimmung für ein orienalisches Konzept kippen lassen. Wie auf einem marokkanischen Basar habe es hier aussehen sollen, mit kleinteiligem Einzelhandel, mit exotischen Gewürzen im Angebot, oder auch den Gewändern von Top-Mode-Designern aus dem Orient. Oder auch mit Handwerksständen. Mit einem Silberschmied aus dem Jemen habe man sogar schon in Verhandlungen gestanden.Verena Herfort widersprach Äußerungen der Stadträtin, das Projekt sei letztlich an zu hohen Forderungen des Grundstückseigentümers, der Unternehmensgrupppe Franke, gescheitert. Der verlangte hohe Preis hätte sich für das Orienta-Projekt immer noch gerechnet. Von den Eigentümern war keine Auskunft zu erhalten.

Wie es weitergehen soll, ist unklar. Das Bezirksamt will auf die Grundstückseigentümer einwirken, das Gelände nicht weiter verwahrlosen zu lassen. Die ursprüngliche Planung mit einem kleinen Hotel und einem Grünzug durch das Gelände sei nicht das Schlechteste gewesen, sagte die Stadträtin.

Noch im letzten Sommer hatten die Orienta-Planer von intensiven Gesprächen mit in- und ausländischen Investoren berichtet. Reagiert wurde damit auf Äußerungen aus dem Bezirksamt, das Vorhaben sei geplatzt. Die Behörde verlangte den Nachweis der Baufinanzierung. Damals ruhte bereits der Bauantrag, die Option auf das Privatgrundtück war abgelaufen, Auflagen für Denkmalschutz, Autostellflächen und eine Begrenzung der Einzelhandelsfläche auf 7000 Quadratmeter mussten erfüllt werden. Der Projektentwickler teilte optimistisch mit, dass es für die Hälfte der Mietflächen Vertragsangebote gibt. Christian van Lessen

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