Berlin : Alles muss raus – bevor es zu spät ist

Der Sommer will sich davonstehlen, die nächsten Sonnentage sollte man draußen verbringen. Ein paar Tipps

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Flirrende Hitze über den StadtschlossAusgrabungen. „Sommerwind“ heißt der Spreedampfer, auf dem sich die Passagiere sonnen. An der Eisdiele Australian gegenüber dem Berliner Dom ist die Schlange bald so lang wie die vor der Goya-Schau in der Alten Nationalgalerie. In der Imbissbude vorm Opernpalais singt ein Verkäufer. Menschen in Sommerlaune. Die Sonne verwöhnt sie noch einmal. Bis Mittwoch soll es schön bleiben – 28 Grad, bevor es dann mit den Temperaturen abwärts geht. Bis dahin heißt der Tipp für Menschen mit Freizeit: Alles muss raus.

Raus in die Strandbars und an die Badeseen. Damit die Urlaubsbräune mindestens bis zum Herbstanfang übernächste Woche hält. Das Freibad Lübars bleibt vorläufig bis Mittwoch geöffnet. Die Sommerbäder Mariendorf, Spandau-Süd und Olympiastadion ließen gestern zum letzten Mal Badegäste ein.

Bleibt das Prinzenbad in Kreuzberg. Je nach Wetterlage hält es noch bis nächstes Wochenende geöffnet, sagt Bäderchef Klaus Lipinsky. Das Strandbad Wannsee lässt mindestens bis zum 25. September Besucher ein. Gut 20 Grad hat das Wasser noch, mehr als die Lufttemperatur an vielen Tagen des eigentlich missglückten Sommers. „Der September reißt alles wieder raus“, sagt Meteomedia-Meteorologe Thomas Globig. Der Sommer zählt jetzt schon mehr als 33 Sonnentage mit mehr als 25 Grad – und liegt damit überm Durchschnitt. Trotzdem: Die Berliner Bäderbetriebe werden wohl mit einem Einnahmeverlust von knapp einer Million Euro ins neue Jahr gehen.

„Wir hatten bis zuletzt gehofft, dass es noch schön wird, doch jetzt sind die Abende nicht mehr so warm, dass noch viele kommen“, sagt Nerthus Arslan vom Freiluftkino Hasenheide. Auf der Museumsinsel verabschiedet man den Sommer sehr britisch: Mit dem Konzert „Last Night of the Proms“, das am Sonnabend aus London auf Großleinwand übertragen wird und unter der Schirmherrschaft des britischen Botschafters steht. Musik gab es gestern auch auf den Sommerfeiermeilen Turm- und Müllerstraße.

Nicht mehr lange, dann beginnen die Erntedankfeste. Bevor sich die Sonne davonstiehlt, kann man Mittwochabend am Pavillon im Volkspark Friedrichshain noch mal Salsa und Bachata tanzen. Am Wochenende erfreuten russische Straßenmusiker die Gäste vorm Opernpalais mit Keyboard und Geige: „What a wonderful world this could be.“

Das Wetterglück der einen ist das Pech der Geschäftsleute: Die Kundschaft blieb am gestrigen verkaufsoffenen Sonntag lieber im Freien. Nun hofft der Handel auf die nächsten Verkaufssonntage am 2. Oktober und 6. November.kög/lvt

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