Berlin : Alles Öko: Berlins Himmel wird immer blauer

Bessere Luft, weniger Müll, sparsamer Wasser- und Energie-Verbrauch: Senator Strieder lobt Umweltpolitik / Grüne: Chancen verpasst

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Berlin kann sich nach den Worten von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder mit seinen Erfolgen in der Umweltpolitik auf dem UN-Gipfel in Johannesburg „selbstbewusst präsentieren“. Keine Großstadt habe den Ausstoß schädlicher Klimagase stärker reduziert und mehr in zukunftssichere Energieversorgung und umweltentlastende Verkehrsstrukturen investiert, sagte Strieder, der am Freitag nach Johannesburg fliegt.

Das „historische Geschenk der Wiedervereinigung“ sei für die ökologische Modernisierung genutzt worden, sagte Strieder anlässlich des Senatsberichts über die Erstellung einer „Lokalen Agenda 21 Berlin“.

Seit 1990 wurde der Kohlendioxidausstoß um 15 Prozent reduziert; bis 2010 sollen es 25 Prozent sein. Auf den Dächern von 90 Gebäuden der öffentlichen Hand sollen Investoren 120 000 Quadratmeter Solaranlagen bauen. Schon jetzt komme der Strom zu zehn Prozent aus regenerativen Energien, zu 90 Prozent aus Kraft-Wärme-Koppelung. Berlin werde auch in Zukunft keinen Atomstrom beziehen. Strieder sprach ferner von einer erheblichen Reduzierung des Energieverbrauchs durch Wärmedämmung. Bei den Luftemissionen ist der Ausstoß von Kohlendioxid um 88 und von Stickoxiden um 82 Prozent zurückgegangen. Er gab zu, dass dies auch mit dem Niedergang der Industrie zu tun hat. Beim Ruß aus Autos werde der Grenzwert zwar immer noch um 17 Prozent überschritten, 1990 waren es aber 77 Prozent. Seit Jahren gebe es keinen Smog-Alarm mehr. Im Verhältnis zu 1992 sei der Hausmüll durch Abfallvermeidung und Recycling um 52,2 Prozent zurückgegangen. Seit 1991 sank der Wasserverbrauch pro Haushalt von 161 auf 121 Liter pro Tag.

Der Senatsbericht gibt Auskunft über die Zusammenarbeit mit den im Agenda-Forum vereinten Verbänden. Nachhaltige Politik sei nicht allein staatliche Aufgabe, sondern auch eine Frage der Änderung von Verhaltensweisen. Die Politik könne für diesen Bewusstseinswandel nur Hilfestellung geben.

Bündnis 90/Die Grünen erklärten hingegen, die Stadt vergebe noch immer zu viele Chancen. In Öffentlichen Gebäuden wie Kitas und Schulen könnten etwa durch Regelungstechnik 30 Prozent Energiekosten eingespart werden, sagte Umwelt-Sprecherin Felicitas Kuballa. „Bei der Sanierung des Olympiastadions taucht das Wort regenerative Energien nicht einmal auf“, sagt der Grüne Oliver Schruoffenegger. Dies gelte auch bei der Sanierung landeseigener Gebäude.

Zudem werde das Land in den nächsten drei Jahren 2000 Fahrzeuge für BVG, Polizei und Feuerwehr anschaffen, doch Kriterien wie Energieverbrauch oder Antrieb mit Erdgas oder Biodiesel enthalte die Ausschreibung nicht. Bei seiner Umweltbilanz schmücke sich der Senator zudem auch mit Initiativen von Privatpersonen, so die Kritik der Bündnisgrünen . Gru/koeg

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