Berlin : Alles offen - auch die Öffnungszeiten

CD

Die Sonderöffnungszeiten der Einzelhändler werden immer verwirrender. Heute startet zum dritten Mal die Aktion "7 Shopping Weekends": Alle Berliner Läden dürfen an den November-Sonnabenden bis 20 Uhr und an drei Sonnabenden im Dezember bis 18 Uhr verkaufen; mehr als 2000 Geschäfte werden sich laut Einzelhandelsverband "ganz oder teilweise" beteiligen. Schon die Wortwahl zeigt, der Kunde muss sich überraschen lassen. Denn viele Händler schöpfen die Möglichkeiten nicht aus.

Die Organisatoren des Einzelhandelsverbands, der Tourismus Marketing GmbH und Partner für Berlin nennen als Faustregel, dass im November "fast alle Center" sonnabends bis 20 Uhr verkaufen. Ausnahmen sind das Park-Center Treptow und die Märkische Zeile in Reinickendorf. "Wir öffnen nur bis 18 Uhr, mehr gibt der Standort nicht her", sagt Park-Center-Managerin Karin Rüdiger. In vielen Kaufhäusern stimmten die Betriebsräte nur zwei zusätzlichen Verkaufsstunden zu. Von den Häusern des Karstadt-Konzerns verkauft nur Wertheim am Kurfürstendamm bis 20 Uhr. Im KaDeWe ist um 18 Uhr Schluss. Der Kaufhof öffnet vier Filialen bis 20 Uhr, die fünfte in Marzahn aber nur bis 18 Uhr. Das Kulturkaufhaus Dussmann verkauft wie immer bis 22 Uhr.

Im Neuen Kranzler-Eck und im Europa-Center variieren die Zeiten. Für Hugendubel und Peek & Cloppenburg gilt, dass Filialen in Einkaufszentren bis 20 Uhr aufmachen und die Geschäfte an separaten Standorten bis 18 Uhr. Keine klare Linie hat auch die Möbelbranche. Möbel Hübner, Möbel Höffner und das Stilwerk öffnen bis 18 Uhr, Rahaus bis 20 Uhr. Bei der Baumarktkette OBI wird es vom Erfolg des heutigen Verkaufs bis 20 Uhr abhängen, ob man auch an den folgenden drei Sonnabenden so lange öffnet. Hornbach schließt wie immer schon um 16 Uhr. Eine Managerin zeigte sich überrascht von den Ausnahmegenehmigungen: "Wir haben keine genauen Informationen."

Den Medien hatten die Shopping-Weekend-Veranstalter eine "wöchentliche Liste" über Läden und Öffnungszeiten angekündigt. Doch dazu kam es nicht. "Ich rufe die Händler jedes Mal in Rundschreiben auf, uns die Zeiten mitzuteilen. Aber die Reaktionen sind sehr zurückhaltend", sagte Jan Holzweißig vom Einzelhandelsverband.

Die Broschüre zu den Shopping-Weekends ist als Kulturprogramm nützlich, nicht aber für Kauflustige. Wegen des "frühen Redaktionsschlusses" und den angeblich schwer verständlichen Unterschieden zwischen November- und Dezember-Sonnabenden wurden die erlaubten Verkaufszeiten nicht einmal erwähnt.

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