Berlin : Alles wird gut

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VON TAG ZU TAG

Werner van Bebber berechnet

Vor und Nachteile des Hauptstadtseins

Gerade zwölf Jahre und fünf Monate hat es gedauert, dass Berlin zur Hauptstadt ausgebaut worden ist. Der Polit-Umzug von Bonn nach Berlin ist vollendet, indem der letzte Bundestagsneubau, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, eröffnet wird. Kultursenator Thomas Flierl wird sich in der Hauptstadt besonders heimisch fühlen, denn er hat zum Umzugsvollendungstag seinen Hauptstadtkulturvertrag mit Kulturstaatsministerin Christina Weiss abgeschlossen. Der bringt ihm 103 Millionen Euro jährlich und ungestörte Nachtruhe. Denn der Senator hat alle Chancen, als Bewahrer dreier Berliner Opernhäuser in die Hauptstadtgeschichte einzugehen. Frau Weiss erspart sich, bei der Fahrt ins Büro die Jammerarien abgewickelter Operndiven hören zu müssen und als Kulturbanausin ins RBB-Abendprogramm einzugehen. Man ahnt: Demonstrationen, besonders die durch rechtzeitige Hauptstadtzahlungen vermiedenen, bewirken doch etwas. Lägen das Bundesverfassungsgericht und die Berliner Klage auf Unterhalt durch den Bund nicht in Karlsruhe, sondern an der Wilhelmstraße – wir müssten uns um die Hauptstadtfinanzen keine Sorgen mehr machen.

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