Berlin : Alliiertenwohnungen: Bund verkauft Wohnblock in Düppel

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Rund 250 ehemalige Alliiertenwohnungen in Düppel werden demnächst zum Verkauf ausgeschrieben. Das Bundesministerium für Finanzen in Bonn bestätigte seine Entscheidung gestern. Ursprünglich waren die Wohnungen, in den früher amerikanische Familien lebten, für Angestellte des Bundes nach dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin vorgesehen. Hintergrund der Entscheidung ist die geringe Nachfrage von Angestellten des Bundes, wie eine Sprecherin aus Bonn sagte.

Zur Zeit stehen in dem Block in Düppel 175 von 250 Wohnungen leer. Seit Herbst vergangenen Jahres werden die ehemaligen Alliiertenwohnungen bereits zur Vermietung auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten. Die Wohnungen konnten nach anfänglich riesiger Nachfrage von Bürgern jedoch nicht vermietet werden.

"Es gab auch auf dem freien Markt keine ausreichende Nachfrage", sagte gestern Helmut John, Sprecher der Oberfinanzdirektion Berlin. "Das lag wohl daran, dass die Wohnungen nur für eine Übergangszeit angeboten wurden, und dann wieder Bediensteten des Bundes zur Verfügung stehen sollten", vermutet die Ministeriumssprecherin aus Bonn.

Mehrere Kaufinteressenten haben sich nach Auskunft der Oberfinanzdirektion bereits vor der Ausschreibung nach dem Objekt in Düppel erkundigt. Vertragspartner kann nur der Meistbietende werden. Unter den Interessenten ist auch der "Verein für familiengerechtes Wohnen in Düppel", der aus Mietern der Alliiertenwohnungen besteht.

Reiner Wild vom Berliner Mieterverein hält nicht viel von der Entscheidung des Bundesministeriums für Finanzen. Seiner Meinung nach ist eine Privatisierung nicht sinnvoll. Öffentliche Körperschaften sollten sich aus dem Wohnungsmarkt nicht zurückziehen, sondern bei starken Preissteigerungen entgegensteuern, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.

Eine private Vermietung sei unter Umständen auch teurer als eine Vermietung über den Bund.

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