Berlin : Als Ehrenamt zu leicht

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Betrifft: „Senat will keine ehrenamtliche Behördenchefin“ vom 5. Oktober 2002

Die Handlungsweise des rot-roten Senats ist schon paradox. Berlin befindet sich in einer desolaten Finanzlage, die von allen einen strikten Sparkurs erfordert. In dieser Situation unterbreitet die Ausländerbeauftragte, Barbara John, dem Senat ein einmaliges Angebot: Zwei Jahre ehrenamtlich das Amt weiter auszuüben ohne Bezahlung. Warum ist der Senat nicht gewillt, das „Sparangebot“ anzunehmen und damit als Vorbild zu fungieren, nach dem Motto: „Seht her, auch wir leisten einen Beitrag zum Sparen“? Die Begründung des Senatssprechers Donnermeyer, die ehrenamtliche Tätigkeit „würde dem Amt das Gewicht nehmen“ ist absurd. Offensichtlich spielen andere politische Gründe eine entscheidende Rolle, Barbara John wie geplant in Pension zu schicken, trotz ihrer hohen Fachkompetenz. Es darf allgemein bezweifelt werden, ob die Politik des rot-roten Senats auf den Gebieten Ausländer- und Sozialpolitik tatsächlich sozial, also menschlich und hilfsbereit ist.

Erio Alexander Tsuchiya, Zehlendorf

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