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Als Kronzeuge vor Gericht : Bandidos-Aussteiger bleibt straffrei

Ein Ex-Rocker der Bandidos hat am Dienstag erstmals vor einem Berliner Gericht als Kronzeuge ausgesagt. Er bleibt nun vorerst straffrei. Drei andere Angeklagte bekamen Bewährungs- und Haftstrafen.

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Für den Kronzeugen hat sich die Aussage gegen seine einstigen „Brüder“ bezahlt gemacht: Im Prozess um einen Brandanschlag von Mitgliedern der Rockergruppe Bandidos auf ein Auto eines verfeindeten Hells Angels ist der Aussteiger Roman L. straffrei geblieben. Gegen zwei vorbestrafte Männer ergingen mehrmonatige Haftstrafen, der vierte Angeklagte erhielt sechs Monaten Haft auf Bewährung.

Mit dem 24-jährigen Roman L. hat erstmals in Berlin ein Rocker das Gesetz des Schweigens in der Rockerszene gebrochen und sich gegenüber den Ermittlern offenbart. Er belastete sich selbst und andere kriminelle Mitglieder seines Klubs. Aufgrund seiner Angaben wird es im Oktober einen weiteren Prozess gegen ihn und fünf Bandidos wegen eines Raubüberfalls und gefährlicher Körperverletzung geben. „Ich will mit meiner kriminellen Vergangenheit komplett abschließen“, hatte der streng bewachte Kronzeuge seine Geständnisbereitschaft begründet.

Die Angeklagten waren als Mitglieder des Bandido-Supporterclubs „La Onda“ im Januar 2010 nach Marzahn gefahren und hatten ein Auto angezündet. Es ging um Vergeltung für einen Angriff auf einen La-Onda-Rocker vor dessen Wohnung.

In mehr als 60 Vernehmungen bei der Polizei hatte Roman L. von dieser und weiteren Taten berichtet. Die Brandstiftung hatten auch die drei Mitangeklagten in kurzen Geständnissen eingeräumt. Alle vier Männer bleiben wegen anderer Verfahren weiter im Gefängnis. Der Kronzeuge war bereits im Mai zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

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