Berlin : Als Vater unter Aliens

Im Musicaltheater feierte „Krieg der Welten“ mit Hauptdarsteller Tom Cruise Premiere

Andreas Conrad

Der Mann hat gut lachen. Zehn Prozent der Einspielergebnisse als Gage für den Auftritt in „Krieg der Welten“? Da ist das Gerücht, ob das junge Liebesglück mit Schauspielerin Katie Holmes nur ein Marketing-Gag sei, absurd, und Tom Cruise kann wieder herzhaft lachen.

Heute bei der Premiere von „Batman Begins“ werden die beiden wohl gemeinsam über den roten Teppich vor dem Cinestar schreiten, sie als Mitglied der Fledermaus-Crew, er als ihr Begleiter. Gestern vor dem Musicaltheater am Marlene-Dietrich-Platz, zur Premiere von Steven Spielbergs „Krieg der Welten“, blieb er noch allein. Erst am späten Abend sollte die geliebte Kollegin aus Paris eintreffen, diese „außergewöhnliche Frau“, die ihn „really, really happy“ mache, wie er am Nachmittag in einem Saal voller Journalisten geschwärmt hatte.

Aber für Turteleien ist der rote Teppich ohnehin nicht der richtige Ort, da hat Tom Cruise immer gut zu tun, genießt das Abschreiten der bittend hingestreckten Autogrammbücher sichtlich, wie schon mehrfach in Berlin zu sehen war und gestern wieder, während die prominenten Gäste ins Foyer eilten, darunter Anna Thalbach, die Tochter von Katharina Thalbach, Maja von Hohenzollern, TV-Moderatorin Carola Ferstl oder Modedesignerin Anna von Griesheim. Um vier Uhr morgens war Tom Cruise aus Tokio angekommen, bis 15 Uhr hatte er ausgeschlafen, rechtzeitig zur Pressekonferenz im Adlon. Aufgekratzt gab er sich, durch keine Frage zu provozieren, es sei denn zu einem Lachen, und immer hatte er für den Fragenden ein „Thank you“ parat.

In „Krieg der Welten“ sieht er weniger einen Film über Aliens als über die Familie: „Was bedeutet es, Vater zu sein? Wie weit gehen Eltern, um ihre Kinder zu schützen? Kennt man diese überhaupt?“ – das sind für Cruise die eigentlichen Fragen des Films, den er seinen Kindern widmete. Natürlich kam auch wieder sein Bekenntnis zu Scientology zur Sprache, auf Fragen reagiert er da routiniert. Das Wesen seiner Religion sei zu „verstehen, wie man versteht“. Auch sein „Mission Impossible III“ Projekt wurde angeschnitten. Unter dem neuen Regisseur habe sich der Stoff verändert, ob dies das endgültige Aus für den Produktionsort Babelsberg bedeutet, konnte er noch nicht sagen. In acht Tagen stehe es definitiv fest. Am späten Vormittag war der Film der Presse vorgeführt worden, unter strengen Kontrollen gegen Raubkopierer. Selbst Lippenstifte und Kugelschreiber wurden aufgedreht, ob sich wohl unzulässige Technik darin verberge, wie man sie von 007 kennt. Man konnte meinen, man sei im falschen Film.

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