Berlin : Alter Streit neu entfacht

Billigfluglinien wollen für BBI ein anderes Konzept

Klaus Kurpjuweit

Nachdem die Ausschreibung für den Terminalneubau auf dem Flughafen Schönefeld wiederholt werden muss, hat die Billigfluglinie Easyjet jetzt erneut gefordert, die Pause zu nutzen und die Pläne zu ändern. Gebaut werden müsse ein Flughafen, der die Belange der Billigfluggesellschaften besser berücksichtige, sagte gestern der Sprecher von Easyjet, Oliver Aust. Die Flughafengesellschaft dagegen will bei ihrem Konzept bleiben. Im Detail werde es mit sämtlichen Fluggesellschaften in den kommenden Jahren abgestimmt, sagte Flughafenspecher Ralf Kunkel.

Während Easyjet annimmt, dass der künftige Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in der vorgesehenen Form nicht über die Start- und Landegebühren zu finanzieren sein wird, ist die Flughafengesellschaft überzeugt, den BBI wirtschaftlich betreiben zu können. Veranschlagt ist das Projekt mit rund zwei Milliarden Euro. Hinzu kommen mindestens weitere 636 Millionen Euro für die Schienenanbindung und den Bau des Bahnhofs unter dem Terminal. Die ersten Aufträge hierfür sind bereits vergeben.

Easyjet setzt sich dafür ein, auf den Bau des Bahnhofs zu verzichten. Stattdessen solle der bisherige Bahnhof zur Flughafenstation ausgebaut werden. Die Verbindung zum Flughafen würde dann über eine besondere Bahn, People Mover genannt, erfolgen. Zudem will Easyjet am bisherigen Standort in Schönefeld bleiben. Zusätzlich soll für den anderen Verkehr wie vorgesehen ein neues Abfertigungsgebäude zwischen den Start- und Landebahnen gebaut werden.

Die Flughafengesellschaft will den gesamten Verkehr dagegen über das künftige Terminal abwickeln. Für den klassischen Linienverkehr ist am Terminal ein Abfertigungspier vorgesehen, der bis zu 16 Fluggastbrücken erhalten kann. Dort würde eines Tages dann auch das größte Flugzeug der Welt, der Airbus A 380, abgefertigt werden, wenn er im Linienverkehr nach Berlin kommen sollte.

Für Billigfluggesellschaften, die ihre Passagiere zu den Flugzeugen laufen lassen wollen, um Gebühren für die Fluggastbrücken zu sparen, ist ein zusätzlicher Gebäudeflügel vorgesehen, der über die Haupthalle erschlossen wird. Dort befinden sich dann auch die Geschäfte, deren Erträge zur Finanzierung des Flughafens beitragen sollen. Dieses Konzept sei auf Dauer wirtschaftlicher als ein Flughafen mit zwei Abfertigungsbereichen, sagte Kunkel.

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