Berlin : ALTERNATIVE FÜR BERLIN

Streicheleinheitsfront. Wenn Hunde etwas fordern, ist Politik Nebensache. Foto: pa / dpa Foto: picture alliance / dpa
Streicheleinheitsfront. Wenn Hunde etwas fordern, ist Politik Nebensache. Foto: pa / dpaFoto: picture alliance / dpa

Ach, liebe Leserinnen und Leser, dieser Schwung muss genutzt werden: Dass sich die Euro-kritische „Alternative für Deutschland“ hier bei uns in Berlin gegründet hat, muss auch der regionalen Politik neue Impulse geben! Finden wir zumindest – und haben uns von der 60-sekündigen Lektüre des angenehm schmalen Wahlprogramms der neuen Partei zu einem eigenen Programm für eine noch zu gründende „Alternative für Berlin“ inspirieren lassen. Denn wir sind uns sicher: Eine fein abgestimmte Mischung aus Separatismus, Klientelpolitik und Blödsinn spricht in unübersichtlichen Zeiten auch auf kommunaler und

Landesebene viele verunsicherte Hundefreunde an. Achtung, Achtung:

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Berliner Stadtgebietes.

Wir fordern die Schaffung kleinerer, stabilerer Einheiten. In Zukunft sollen Kiezregierungen autonom handeln können.

Wir fordern eine Änderung der gültigen Gesetzeslage, um jedem Viertel ein Ausscheiden aus Berlin zu ermöglichen. Jedes Kiezvolk muss demokratisch über seine Urbanität entscheiden dürfen.

Wir bejahen ein Berlin souveräner Bezirke mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Grenzkontrollen sowie die Erhebung von Zöllen etwa für die Einfuhr von Dönerfleisch in die einschlägigen Quartiere soll es auch in Zukunft nicht geben.

Wir stehen für den Schutz der Einheit Mensch - Hund als Keimzelle der Berliner Gesellschaft. Eine solidarische Förderung der Hundehaltung bei gleichzeitiger Abschaffung der Hundesteuer ist eine Investition in die Unverwechselbarkeit Berlins unter den europäischen Großstädten, ergo in den Tourismus, ergo in die Stadtfinanzen. (Unsere Hunde finden das auch.)

Wir fordern ein qualitativ minderwertiges Universitätssystem, damit langfristig nicht noch mehr prekäre Existenzen mit fragwürdigem Musikgeschmack in den Seitenflügeln dieser Stadt rumlärmen.

Wir fordern eine Neuordnung des Einwanderungsrechts. Berlin braucht unqualifizierte und integrationsunwillige Zuwanderung, um seinen Charakter langfristig zu behalten. Mit Streber-Schwaben ist keine aufregende Stadt zu machen.

Wir fordern, dass nicht nur Berlin,

sondern auch die „Alternative für Berlin“ aufgelöst wird, da ihre Ziele sich nicht

miteinander in Einklang bringen lassen.

Wir fordern daher die Gründung einer „Alternative für die Alternative für Berlin“, die sich dem Thema „Irgendwas fordern“ von der Metaebene nähert. Einen Slogan hätten wir schon: „Fordern fordern!“ Wie bitte, den Quatsch sollen wir selbst machen? Sorry, geht grad nicht. Der Hund fordert Streicheleinheiten.

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