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Am 4. Oktober in Berlin : Konzert vor dem Reichstag gegen Hass

Udo Lindenberg, Fanta 4, Campino, Herbert Grönemeyer und andere wollen am Reichstag ein Konzert für Flüchtlinge geben. Der Bezirk Mitte ist nicht begeistert.

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Udo Lindenberg, Fanta 4, Campino, Herbert Grönemeyer und andere deutsche Künstler wollen am 4. Oktober vor dem Reichstag ein Solidaritätskonzert für Flüchtlinge geben.
Udo Lindenberg, Fanta 4, Campino, Herbert Grönemeyer und andere deutsche Künstler wollen am 4. Oktober vor dem Reichstag ein...Foto: dpa

Anno 1980 sind Michael Jackson, die Eurythmics und Genesis aufgetreten, später Pink Floyd – und nun ist ein neuerliches Musik-Großereignis auf dem Platz der Republik geplant. Am 4. Oktober soll auf der Wiese vor dem Reichstag ein Solidaritäts-Konzert deutscher Künstler stattfinden – „für die bunte Republik, gegen Flüchtlingshass, gegen die Idioten, die da rumstolpern, die ferngesteuerten, mit diesem dumpfen Hass, in einigen Orten in Sachsen und so“, sagt Udo Lindenberg in einem Video bei „Bild“-Online. Im „Großen und Ganzen“ gebe es eine Willkommenskultur, aber „wir müssen sensibel mit Flüchtlingsfragen umgehen, uns die einzelnen Menschen angucken und für die auch am Start sein“, sagt er da und setzt sogar mal die Brille ab. Auch Campino oder Fanta 4 treten auf.

Konzert am Tag nach der Einheitsfeier

Das Management von Herbert Grönemeyer sagte dem Tagesspiegel, die Idee habe eine Kölner Konzertagentur gehabt. Man kläre, ob man Eintritt verlange und den Erlös nach Abzug der Kosten spende oder Geld über TV-Rechte-Verkauf und Sponsoren einnehme. Auf Anfrage wollte der Veranstalter aber weder Details über den Ablauf der Veranstaltung noch über die Künstler, die auftreten werden, preisgeben. Laut dem Management von Herbert Grönemeyer gebe noch keine Details und es hänge noch vieles in der Schwebe. Zum Unmut von Mittes Bezirksstadtrat Carsten Spallek von der CDU. Über einen Facebook-Post am Donnerstag appellierte er an die Veranstalter des Konzerts. Erst durch die Presse habe er von dem Event erfahren, ohne dass bisher die Konzertagentur auf seine Behörde zugekommen sei, sagt Spallek. Und rund sechs Wochen bevor die Musik vor dem Reichstag erklingen soll, drängt die Zeit. Die Veranstalter fordert er auf, schnellstens ein Konzept vorzulegen, mit dem dann auch die Polizei und die Feuerwehr in die Planung einbezogen werden könnten. „Die ideell politische Unterstützung durch den Bundestagspräsidenten ist das eine, die konkrete Umsetzung das andere“, so der Bezirksstadtrat. Zuvor hatte der Bundestag mitgeteilt, der Präsident wolle Bühne und Technik bereit stellen, die am Tag zuvor für die Einheitsfeier genutzt werden. Der 25. Jahrestag sei eine „besondere Gelegenheit, das mit Unterstützung seiner Nachbarn und Partner wiedervereinigte Deutschland als weltoffenes und integrationsfreundliches Land darzustellen“.

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