Berlin : Am Boden

Christian van Lessen

glaubt, dass Alex-Hochhäuser ein Traum bleiben Die Hochhäuser am Alexanderplatz, die Phalanx aus Wolkenkratzern: Das war der Traum der ersten Nachwendezeit. Es war berauschende Euphorie, die Berliner Maßstäbe sprengte und nun immer mehr ernüchtert zu Boden geht. Die wirtschaftliche Lage ist nun mal nicht so, dass sich Büroflächen in den Himmel türmen und vor allem profitabel vermieten lassen.

Die Planung für ein Stück Berliner Manhattan, vor 15 Jahren konzipiert, ist zwar nicht storniert, aber auf Normalmaß geschrumpft. Ob die erträumten 150-Meter-Riesen wirklich mal auf die geplanten Sockel kommen, war noch nie so fraglich wie heute. Die Investoren hat offenbar der letzte Mut verlassen, sich die Hochhäuser auch nur vorzustellen. Der Senat sollte sich beherzt ans Werk machen, über eine Alternativplanung für den Alexanderplatz nachzudenken. Sich mit den viel zitierten „Sockeln“ und einer Neugestaltung der Freifläche zufrieden zu geben, ist zu wenig.

Hochhäuser sind out. Es ist ein Segen, dass die Alex-Riesen nicht über die Vision hinausgewachsen sind: Man stelle sich vor, sie stünden bereits – und keiner wollte rein. Dann würden wir sicher schon darüber nachdenken, wie wir sie wieder loswerden. Nach Marzahner Art, wo Hochhäuser abgerissen oder kräftig gestutzt werden: auf Berliner Maßstab.

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