Berlin : Am Donnerstag startet der Verkauf von Silvesterkrachern

Tanja Buntrock

Viele Händler haben jetzt schon ihre „Feuerwerk“- Transparente aufgehängt – doch offiziell verkaufen dürfen sie die Kracher, Böller und Raketen erst ab morgen. Auch, wenn dieser Tage bereits in einigen Kiezen Böller knallen.

„Das ist oftmals Restfeuerwerk, das die Leute noch aus dem vergangenen Jahr haben“, sagt ein Sprecher der Feuerwehr. Die Polizei schließt auch nicht aus, dass „hier und da auch mal ein Händler vor dem offiziellen Verkauf Pyrotechnik anbietet“, wie ein Polizeisprecher sagte. Deshalb sind seit gestern und noch verstärkt bis zum Silvesterabend Beamte des Gewerbeaußendienstes im Einsatz, um die Händler zu kontrollieren.

Die Bundespolizei in Frankfurt (Oder) macht alljährlich die Erfahrung, dass bereits vor Weihnachten viele Berliner „mal kurz über die Grenze nach Polen fahren, um sich dort mit Pyrotechnik einzudecken“, wie der Sprecher der Bundespolizei Frankfurt (Oder), Jens Schobranski, sagt. Seit Dezember haben die Beamten 20 Leute erwischt, die versucht haben, in Deutschland nicht zugelassene Feuerwerkskörper, die so genannten „Polen-Böller“, über die Grenze zu schmuggeln. Es handelt sich dabei um hauptsächlich in Polen hergestellte Billigprodukte, die kein Siegel des Bundesamts für Materialforschung und -prüfung (BAM) tragen. Sie sind in Deutschland nicht zugelassen, weil die Billigböller laut BAM oft mangelhaft verarbeitet sind und häufig über eine zu kurze Zündschnur verfügen. Zudem geht von diesen „Polen-Böllern“, die bis zu 50 Gramm Sprengstoff enthalten, eine enorme Sprengkraft aus: Sie reicht, um Telefonzellen zu zerstören und kann zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. „Wer erwischt wird, dem droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine hohe Geldstrafe“, sagt Schobranski.

In Polen sei der Verkauf nicht zeitlich vom 29. bis zum 31. Dezember begrenzt wie in Deutschland. „Der Verkauf findet schon jetzt statt, und das wollen manche Leute ausnutzen“, sagt der Sprecher. Durch Polens Beitritt in die EU seien die Kontrollmöglichkeiten der Bundespolizei an den Grenzübergängen geringer geworden. „Wir prüfen sporadisch. Man kennt ja auch seine Klientel“, sagt Schobranski. Wenn die Beamten jemanden erwischen, werden die illegalen Böller in speziellen Sicherheitsbehältern gelagert, „später abtransportiert und unschädlich gemacht“.

In Berlin haben Polizei und Feuerwehr vergangene Woche ihre Aufklärungskampagne „Silvester feiern ohne Reue“ gestartet. Hierzu wurden 140 000 Plakate, Postkarten und Motive an Händler verteilt und in Behörden ausgelegt: Sie sollen vor den Gefahren der Silvesterböllerei warnen und geben Hinweis, wie man diese vermeiden kann.

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