Berlin : Am Großen Stern sank die Zahl der Unfälle um zwei Drittel

WERNER SCHMIDT

BERLIN ."Es war goldrichtig, die Ampeln am Großen Stern aufzustellen.Die Investition hat sich gelohnt," sagte die Sprecherin von Bausenator Jürgen Klemann, Kerstin Appelshäuser.Rund eine Million Mark kostete die Anlage, die im Dezember ein Jahr alt wird.Einst galt der Kreisverkehr, in den fünf Straßen münden, als der unfallträchtigste Punkt Berlins.Diesen Ruf hat der verkehrsreiche Platz, über den täglich rund 120 000 Autos fahren, längst abgeben müssen.

Ein Halbjahresvergleich der Unfallzahlen verdeutlicht den Erfolg, der praktisch über Nacht mit dem Einschalten der Ampeln erreicht wurde.In den sechs Monaten zwischen dem 14.Dezember 1996 und dem 13.Juni 1997 wurden auf dem Großen Stern 434 Unfälle registriert.Dabei wurden 28 Personen verletzt, zwei davon schwer.Am 13.Dezember 1997 ging die Ampelanlage in Betrieb und zwischen dem 14.Dezember 1997 und dem 13.Juni 1998 wurden nur noch 159 Unfälle gezählt - ein Rückgang um 63 Prozent.Die Zahl der Verletzten sank um 47 Prozent auf 16.Die Bilanz der Polizei: "Wir sind äußerst zufrieden."

Im Laufe des Jahres haben sich allerdings noch einige Unzulänglichkeiten gezeigt, die nun behoben werden sollen.So wurde der Ampelmast an der Ausfahrt zum Spreeweg bereits dreimal umgefahren.Eine weiß-rote Bake könnte nach Vorstellung der Planer Abhilfe schaffen.Auch an der Einmündung der Altonaer Straße in den Kreisverkehr gibt es noch Probleme.In den letzten elf Monaten gab es dort zwölf Unfälle mit Blechschaden, weil die Fahrer im Kreis ihr Rotlicht nicht beachteten.Daher kam es zu Zusammenstößen mit den Fahrzeugen, die von der Altonaer Straße bereits bei grünem Ampellicht auf den Großen Stern fuhren.

Diese Einmündung war auch bereits ein neuralgischer Punkt, als die Ampeln noch nicht installiert waren.Sie galt als die Kreuzung mit den meisten Unfällen in der Stadt.104 Karambolagen wurden dort in den sechs Monaten vom 13.Dezember 1996 bis zum 13.Juni 1997 gezählt.Aber da hatte sich offenbar bereits einiges gebessert; denn 1994 wurden dort knapp 500 Unfälle (rund 250 im Halbjahr) registriert.Fast ausschließlich Zusammenstöße, die darauf zurückzuführen waren, daß die Autofahrer im Kreisverkehr die Vorfahrt der Autos auf der einmündenden Straße mißachtet hatten.

Bevor allerdings die Ampelanlage installiert wurde, mußte sich der Bausenator mit den Denkmalschützern auseinandersetzen.Diese hatten sich gegen die Ampeln ausgesprochen, weil sie angeblich das historische Ensemble um die Siegessäule verschandeln.

Seitdem sich aber die Unfallsituation auf dem Großen Stern mit der neuen Ampelanlage derart positiv entwickelte, nimmt eine andere Kreuzung den zweifelhaften Spitzenplatz ein.An der Admiral-/Kottbusser-/Reichenberger- /Skalitzerstraße in Kreuzberg wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres 141 Unfälle mit einem Schwerverletzten und zwölf Leichtverletzten gezählt.An zweiter Stelle steht die Kreuzung Otto-Braun-Straße/Alexanderplatz/Karl-Marx-Allee mit 107 Unfällen und vier Schwer- und 15 Leichtverletzten.Den dritten Platz hält das Frankfurter Tor.Die Bilanz vom 1.Januar bis 31.August 1998 verzeichnet an dieser Stelle 103 Unfälle mit sechs Schwer- und sieben Leichtverletzten.

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