Berlin : Am Luftkreuz

Andreas Conrad

würde jetzt doch gerne noch mal nach Ulan Bator Mit unserem Otto Lilienthal hatte ja alles mal angefangen. Nehmen wir es insofern als längst überfällige Reverenz vor dem Urahn allen Luftverkehrs, dass die zivilen Flugzeugflotten dieser Welt Berlin endlich wieder ins Visier nehmen. Grund zur Freude also, und dennoch… ein Stachel bleibt. Es wurmt die Frage, ob mit dem Andrang in Tegel, Schönefeld und hoffentlich noch Tempelhof nicht auch ein Stück Berliner Identität verloren geht, so wie mit dem Ausmustern der „Wannen“ unserer Polizei. Mit deren von Beulen übersätem Blechkleid konnten wir in der Fremde mächtig Eindruck schinden, dieses Zeugnis Berliner und speziell Kreuzberger Lebens gehörte zur Stadt wie einst die Weiße mit Schuss. Und spielte nicht ebenso immer ein klein wenig Lokalpatriotismus hinein, wenn wir auf die abschätzige Frage, wohin man denn von Berlins Feldflugplätzen schon direkt hinkomme, stolz antworten konnten: „Nach Ulan Bator!“ Das geht auch künftig, aber für den Berliner von Welt spielt Dschingis Khans Heimat keine Rolle mehr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben