• Am Messegelände entsteht Berlins erstes Eros-Center Groß-Bordell in umgebauter Lagerhalle soll 2005 eröffnen

Berlin : Am Messegelände entsteht Berlins erstes Eros-Center Groß-Bordell in umgebauter Lagerhalle soll 2005 eröffnen

Cay Dobberke

Nahe dem Messegelände und dem S-Bahnhof Westkreuz entsteht derzeit das erste große Berliner Eros-Center mit 58 Zimmern, einem Kontakthof für Prostituierte und Freier und einem Wellnessbereich. Das bestätigte gestern der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Bis zum Februar 2005 soll der laufende Umbau einer Lagerhalle beendet sein. Auf vier Etagen werden 3200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Den Namen des Investors, der dem Vernehmen nach bereits ein Bordell in Bayern betreibt, nannte Gröhler nicht.

Die Baustelle in der Halenseestraße 32-26 liegt östlich der Stadtautobahn neben einer Reifenhandlung und damit in einem Gewerbegebiet. Der Baustadtrat konnte und wollte das Projekt nicht stoppen: „Da stört das nicht.“ Es gebe deshalb auch keinen Anlass, die Pläne der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vorzustellen.

In Wohngebieten der West-City genehmigt das Bezirksamt dagegen keine neuen Bordelle. Für den Kurfürstendamm zum Beispiel gelten entsprechende Bebauungspläne. Gröhler sieht darin aber keinen Widerspruch: „Unser Ansatz ist nicht moralisch, sondern stadtplanerisch begründet.“

Auch die Verwaltung von Frauen- und Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) hat keine Einwände gegen das Eros-Center: „Wir sehen das gelassen“, sagte Sprecher Christoph Lang. Prostitution sei in Deutschland ja nicht verboten. Erfahrungsgemäß seien Bordelle, die ihren Geschäftszweck offenbaren, leicht zu kontrollieren. Probleme wie Menschenhandel und illegale Beschäftigung ausländischer Frauen gebe es meist nur in der „verdeckten“ Szene.

Dass Berlin im Gegensatz zu Städten wie Hamburg oder Köln noch kein großes Eros-Center hat, liegt wohl daran, dass es hier keine Sperrbezirke gibt. So konzentriert sich das Sex-Gewerbe nicht nur an wenigen Stellen. Der neue Standort lässt wegen seiner Nähe zur Messe hohe Umsätze erwarten. Unterm Funkturm findet regelmäßig auch die Erotikmesse „Venus“ statt.

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