• Am "Sozialpalast" wächst bald der Pallas-Park - Senat bewilligt zwei Millionen für Stadtteil-Verschönerungen

Berlin : Am "Sozialpalast" wächst bald der Pallas-Park - Senat bewilligt zwei Millionen für Stadtteil-Verschönerungen

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Ein Jahr nach dem Start des Quartiersmanagements im Schöneberger Norden hat Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Ziemer (Grüne) Bauvorhaben für 2000 vorgestellt. Laut Bezirksamt bewilligte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über zwei Millionen Mark für den Ausbau von Stadtteilzentren, Jugend- und Beratungseinrichtungen, sowie für einen Park vor dem "Sozialpalast" in der Pallasstraße. Ziemer zufolge gibt es im Quartiersmanagement erste Erfolge: "Die Probleme sind zwar nicht weg, aber sie minimieren sich".

Vor knapp zwei Jahren hatte CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky noch den Abriss des Sozialpalastes gefordert, der einen Brennpunkt des sozial schwierigen Gebietes darstellt. Ziemer hatte den Vorschlag damals kritisiert. Sie sah dort keine kriminelle Hochburg wie Landowsky, allerdings eine "städtebauliche Katastrophe". Für den Schöneberger Norden, den Kiez zwischen Maaßen-, Kurfürsten-, Großgörschenstraße und S-Bahn, hatte das Bezirksamt Anfang 1998 einen Präventionsrat eingerichtet. Vor einem Jahr wurde er durch das Berlin-weite Konzept des Quartiersmanagements ergänzt.

Nach einem Jahr der Treffen von Mieterbeiräten, der Organisation und Konzeption soll es nun mit baulichen Veränderungen vorangehen. Für den "Pallas-Park" am Sozialpalast stehen über 800 000 Mark zur Verfügung. Für 50 000 Mark wird der "Treff 62" in der Katzlerstraße ausgebaut, ein Kiezladen, der ursprünglich entstand, als eine Jugendbande die Gegend um die Bülowstraße unsicher machte. Im Nachbarschaftshaus in der Kurmärkischen Straße, in dem auch das Projekt "Kiezoase" ansässig ist, werden unter anderem eine neue Küche, ein Café und eine Spielecke entstehen. Weiteres Geld fließt unter anderem in eine Spiel- und Aufenthaltszone vor der Neumark-Schule und in einen Theaterraum im Jugendtreff Pallast.

"Die Leute haben vom Reden genug, sie wollen Taten sehen", sagte Joachim Poweleit von der AG Sozialplanung und angewandte Stadtforschung (Spass), die im Rahmen des Quartiersmanagement Mieterbeiräte betreut. Seiner Kollegin, Beate Miculcy, zufolge zeigt die Arbeit Wirkungen: Die Schmierereien im Sozialpalast seien beseitigt, "rein optisch" gebe es "große Veränderungen". Veranstaltungen in dem Häuserriegel wie eine Pflanz- und Säuberungsaktionen mit den Mietern und ein Sommerfest, zeigten, dass die Leute sich engagierten. Fortschritte seien auch an Zahlen abzulesen, sagt Miculcy. Die Kündigungen seien 1999 um ein Drittel zurückgegangen.

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