Berlin : Am Tag danach

Abgeriegelte Botschaften, Steinwürfe auf Mc-Donald’s-Filialen – die Stimmung war seit dem Morgen angespannt

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Überall in der Stadt herrschte seit dem Ultimatum eine gespannte Stimmung. Nach dem Beginn des Krieges wurden die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärkt.

Fehlalarm an der USBotschaft: Gegen 6 Uhr 30 Donnerstag früh stellte ein Radfahrer eine Tasche an der Ecke Unter den Linden/Neustädtische Kirchstraße ab – dort, wo man der US-Botschaft nahe kommt. Die Polizei sperrte vorübergehend die Linden weiträumig ab. Die Tasche wurde mit einem starken, konzentrierten Wasserstrahl gesprengt. Sie war aber nur mit Zement gefüllt.

Nächtliche Straßenblockaden : Nach Ablauf des Ultimatums an Hussein versammelten sich um 2 Uhr in der Nacht zu Donnerstag an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg und am Frankfurter Tor in Friedrichshain Kriegsgegner. In Friedrichhain versuchten die Protestierer, die Kreuzung zu blockieren, wurden aber von der Polizei abgedrängt.

Neonazis vor der Irakischen Botschaft: Bereits am Mittwochabend hatten 33 Neonazis vor der Irakischen Botschaft in Zehlendorf eine zweistündige „Mahnwache" abgehalten. Die Rechtsextremisten erschienen mit irakischen Fahnen und zeigten Plakate mit Parolen gegen die „US-Kriegstreiber". Am Donnerstag blieb es dann völlig ruhig.

Einsamer Wachpolizist vor der Israelischen Botschaft: In der Auguste-Viktoria- Allee in Schmargendorf deutete am Donnerstag nichts auf eine besonders zugespitzte Situation hin. Vor der Israelischen Botschaft stand wie auch sonst ein Wachpolizist. Ihm zur Seite nur ein ziviler Angestellter der Botschaft. Von Absperrgittern keine Spur.

Australische Botschaft unbewacht: Ganz entspannt sah es vor der Australischen Botschaft in Mitte in der Wallstraße aus. Keine Wache, keine Absperrgitter. Australien hatte den Amerikanern Unterstützung zugesagt.

Rampe zum Reichstag gesperrt: Über die Freitreppe konnten die (wenigen) Besucher in den Reichstag und weiter zur Kuppel gelangen. Die Rampe jedoch war mit Gittern gesperrt. Als gegen Mittag die große Schülerdemo ankam, wurde sicherheitshalber auch die Ebertstraße zwischen Brandenburger Tor und Reichstag dichtgemacht.

Ruhe an der Kaserne: Nichts unterscheidet den Betrieb in der General-Steinhoff-Kaserne in Gatow von den Tagen zuvor. Die Wachmänner einer Sicherheitsfirma öffnen die Schlagbäume, sie kontrollieren die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge - dabei werfen sie selten mehr als einen kurzen Blick auf die Dienstausweise der Fahrzeuginsassen.

Steinwürfe gegen McDonalds : Zerbrochene Fensterscheiben entdeckten am Donnerstagmorgen die Mitarbeiter von einigen Schnellimbiss-Filialen. Am Hardenbergplatz gegenüber dem Bahnhof Zoo und im Ringcenter an der Frankfurter Allee ging jeweils eine Scheibe einer McDonalds-Filiale kaputt. Ebenfalls an der Frankfurter Allee wurde eine Scheibe bei Burger-King eingeworfen.

Angespannte Ruhe bei den Synagogen: Vor dem Metallzaun am Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße in Charlottenburg liegen zwei Stapel mit Absperrgittern. Die Gitter sind nachts abgeladen worden - vorsorglich. Das gleiche ruhige Bild vor der Synagoge Rykestraße in Prenzlauer Berg. Und auch vor dem Centrum Judaicum in der Oranienburger Straße in Mitte stehen nur zwei Beamte hinter den üblichen doppelreihigen Absperrgittern. Bislang ist keine Verstärkung gekommen, auch vom Räumpanzer, der hier jüngst noch stand, keine Spur.

Britische Botschaft abgeriegelt: In der Wilhelmstraße geht nichts mehr zwischen Behrenstraße und Unter den Linden. Zum Schutz der britischen Botschaft sperrt die Polizei die Straße. Ein Sicherheitsabstand könne anders nicht hergestellt werden, heißt es bei der Polizei. babs/cvl/fan/fk/how/-ry/weso

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