Berlin : Am Tegeler Hafen entstehen ein Altenheim und Wohnhäuser

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Mit Wasserblick.
Mit Wasserblick.

Mit dreijähriger Verspätung wird die Bebauung am Tegeler Hafen nun doch noch realisiert. Hier entstehen drei Wohnhäuser und ein Seniorenpflegeheim, die Humboldt-Bibliothek ist bis Ende 2013 nur auf einem Umweg erreichbar. Bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstagabend reagierten die Tegeler uneins.

Rund 15 Millionen Euro investiert Kondor Wessels Bouw in Tegel. Am Wasser entstehen als Seegalerie drei viergeschossige Häuser mit insgesamt 36 Eigentumswohnungen. Als Ersatz für den Uferweg wird vor den Gebäuden ein drei Meter breiter Steg ins Wasser gebaut. Entlang der Karolinenstraße wird für die Johanniter ein sechsgeschossiges Pflegeheim mit 112 Appartements und 36 Wohnungen für betreutes Wohnen gebaut. Integriert werden soll auch ein Kindergarten, für den noch ein Betreiber gesucht wird. Dazwischen führt eine breite Freitreppe auf den Vorplatz der Bibliothek, wo das Humboldt-Denkmal seinen neuen Standort finden wird.

Der Bebauungsplanentwurf war bereits 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt, die Baugenehmigung 2009 erteilt worden. Entgegen ursprünglichen Planungen war die Gebäudehöhe reduziert und die Baudichte am Wasser verringert worden. Über das Ergebnis bestand Konsens auch mit einer von Anliegern gebildeten Bürgerinitiative. Weil der ursprüngliche Investor pleiteging, wird das Projekt erst jetzt realisiert. Kondor Wessels hat das Grundstück bei einer Zwangsversteigerung erworben.

Bei der Präsentation stießen die Pläne trotz des in der Vergangenheit gefundenen Kompromisses bei einem Teil der Anlieger auf Ablehnung. Bemängelt wurden vor allem der reduzierte Sichtkontakt zum Wasser und der Bau eines Seniorenheims an der stark befahrenen Karolinenstraße. Baustadtrat Martin Lambert (CDU) verspricht sich von den Neubauten eine Belebung des Ortsteils. Auch für die brachliegende Hafeninsel gibt es einen neuen Interessenten. Sie befindet sich allerdings noch im Besitz einer russischen Investorengruppe. Lambert rechnet kurzfristig nicht mit einem Verkauf.

Bis zum Abschluss der Bauarbeiten, der für Ende 2013 vorgesehen ist, müssen Besucher vom Parkplatz aus die Humboldt-Bibliothek auf einem Sandweg umrunden, um über eine Treppe zum Eingang zu gelangen. Für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen fehlen bisher Hinweise auf den am Personaleingang vorhandenen Aufzug. Sie sollen kurzfristig angebracht werden, versprach Stadtrat Lambert. Rainer W. During

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