Berlin : Am Wegesrand

Tourinfo kompakt

1. Tempelgarten



Kronprinz Friedrich, der spätere Friedrich der Große, ließ in Neuruppin ab 1732 einen "Amalthea"-Garten anlegen - sein Lieblingsort für besinnliche und heitere Stunden. Amalthea heißt in der griechischen Mythologie jene Nymphe, die Jupiter mit Ziegenmilch aufzog. Zu Friedrichs Zeiten galten solche Gärten als Sinnbilder für ein Füllhorn mit Blumen und Früchten. Ab 1853 wandelte die Kaufmannfamilie Gentz den Garten im orientalisch-maurischen Stil um. Dazu gehörten die Maurische Villa rechts am Ausgang (Foto) und das Gärtnerhaus gegenüber mit stilisiertem Minarett. 1970 entstand in der Villa ein Restaurant mit unpassendem Anbau. Im Wintergarten des Altbaus tafelt man aber wie in 1001-Nacht, auch die Terrasse hat Charme (Di.-So. 11-22 Uhr).

2. Museum Neuruppin

Im größten Bürgerhaus aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem großen Brand von 1787 widmet sich das städtische Museum der Stadt, deren berühmten Söhnen Karl Friedrich Schinkel und Theodor Fontane sowie den frühen illustrierten Geschichten in den Neuruppiner Bilderbögen (Di.-Fr. 10-17 Uhr, Sa./So. 10-16 Uhr).

3. Denkmal Friedrich Wilhelm II

Mit dem am 26. August 1829 enthüllten Denkmal drückten die Neuruppiner ihre Dankbarkeit aus. Denn Friedrich Wilhem II unterstützte den Wiederaufbau der Stadt nach dem großen Brand maßgeblich. 1947 wurde das Standbild vom Sockel geholt, 1950 zur Verschrottung freigegeben. Seit November 1998 blickt der König wieder zum Gymnasium - originalgetreu nachgebildet.

4. Altes Gymnasium

Die Schule wurde 1791 als erstes öffentliches Gebäude nach dem Stadtbrand fertig gestellt. Darin drückt sich die damals hohe Wertschätzung für Bildung aus. Die Inschrift über dem Eingang "Civibus Aevi Futuri" bedeutet "Den Bürgern des künftigen Zeitalters". 1972 endete die Schultradition des Gebäudes, seither beherbergt es Kultureinrichtungen. Sehenswert ist die Ausstellung mit Neuruppiner Bilderbögen (tägl. 11-16 Uhr).

5. Pfarrkirche St. Marien

Die Weihe dieser größten Quersaalkirche in Berlin und Brandenburg am 23. März 1806 symbolisierte den Abschluss des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand. Der Uhrturm zwischen Kuppel und Dachspitze ist leicht schief, die Spitze dagegen wurde senkrecht ausgerichtet, so dass im Turm ein Knick entstand. Die Kirche dient heute als Kultur- und Kongresszentrum. Im Turm ist eine Ausstellung zum großen Brand und dem detailliert geplanten Wiederaufbau zu sehen - und man erlebt dazu im Dunkeln ein eindrucksvolles Hörspiel über die damalige Katastrophe (tägl. 11-15 Uhr).

6. Schinkel-Denkmal

Seit 2003 ist das am 28. Oktober 1883 enthüllte Schinkel-Denkmal wieder originalgetreu restauriert. Der spätere Baumeister Schinkel wurde am 13. März 1771 in Neuruppin geboren. 1794 zogen Mutter und Kinder nach Berlin.

7. Predigerwitwenhaus

In diesem um 1735/36 gebauten Fachwerkhaus wohnten die Witwen und Waisen verstorbener Prediger. Von 1787 bis 1794 verbrachte hier Karl Friedrich Schinkel mit seiner Mutter und den Geschwistern seine Jugend.

8. Uphus und Hospitalkapelle

Hier stehen wir vor einem Schmuckkästchen: Das Siechenhaus wurde 1490 gegründet. Es beherbergt heute nach jahrelanger Rekonstruktion ein Hotel und urgemütliches Restaurant (Mo. ab 17 Uhr, sonst tägl. ab 12 Uhr). Das Gebäude trägt traditionell den Namen Uphus wegen des aufgesetzten oberen Stockwerks mit Laubengang. Die dazugehörige Kapelle ist ein beeindruckendes spätgotisches Kirchlein, in dem Privatveranstaltungen und öffentliche Konzerte stattfinden.

9. Klosterkirche St. Trinitatis

Mit ihren 62 Meter hohen Türmen ist die Kirche das Wahrzeichen Neuruppins. Ihr Bau geht auf 1246 zurück, als hier ein Dominikanerkloster entstand. Nach der Reformation löste man dieses auf, die Kirche erhielt den Namen Evangelische Pfarrkirche St. Trinitatis und wurde später noch mehrfach umgebaut. Sehenswert sind die lebensnahen Altarbilder aus dem 14. Jh., rechts wird das Jesuskind im Zuber gesäubert. Vom Turm hat man einen schönen Rundblick (Di.-Sa. 10-17 Uhr, So. 12-17 Uhr, tägl. Führungen ab 15 Uhr, freitags ab 22 Uhr Nachtführungen mit Klostermusik).

10. Parzival am See

Der Künstler Matthias Zagon Hohl-Stein schuf 1998 die 15 Meter hohe Edelstahlskulptur. Sie soll sich an die vom mittelalterlichen Dichter Wolfram von Eschenbach geschaffene Figur des suchenden Menschen anlehnen, der die Fähigkeit zur Erkenntnis und Umkehr besitzt. Parzival gilt als Symbol für den Versuch, aus der deutschen Geschichte zu lernen. Die Neuruppiner stritten lange um die Figur. Heute ist der Parzival als neues Wahrzeichen nicht wegzudenken. (tso)

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