Ambulante Dienste : Senat will bessere Pflegeberatung

Der Senat will die Beratungsangebote für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen besser koordinieren. Bis 2011sollen 36 Infozentren entstehen.

Sigrid Kneist

Der Senat hat gestern aufgrund einer Vorlage von Sozialsenatorin Heidi KnakeWerner (Linke) beschlossen, in allen zwölf Bezirken Pflegestützpunkte einzurichten. In diesen sollen die Kranken- und Pflegekassen ihre Beratungsangebote bündeln, zudem will das Land Berlin die bisher bestehenden Koordinierungsstellen „Rund ums Alter“ einbringen.

Die ersten 24 Beratungszentren sollen Mitte des kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Bis 2011 sollen insgesamt 36 Einrichtungen entstehen, drei je Bezirk und statistisch eine pro 95 000 Einwohner. Damit setzt der Senat ein seit Jahresmitte geltendes Bundesgesetz um. Danach gibt es künftig einen Rechtsanspruch auf umfassende Beratung zu Pflegeangelegenheiten. In Berlin erhalten derzeit rund 100 000 alte Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Laut Sozialsenatorin werden zwar die Kranken- und Pflegekassen für die Beratung aufkommen, dennoch sollen die Berater unabhängig informieren. Der Senat gibt zudem 1,6 Millionen Euro, die er bislang für die Koordinierungsstellen aufgewendet hat. Die Stützpunkte sollen erster Anlaufpunkt bei allen pflegerischen, medizinischen und sozialen Fragen sein, sagte Knake-Werner. Dabei sei es das Ziel, alten Menschen ein weitgehend eigenständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen und Heimbetreuung so lange wie möglich zu vermeiden.

In den über 280 Berliner Pflegeheimen werden zurzeit rund 25 000 Bewohner betreut. Zudem kümmern sich 450 ambulante Dienste um die alten Menschen. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden in Berlin künftig mehr alte und damit mehr pflegebedürftige Menschen leben. Das Statistische Bundesamt geht bis 2020 von einer Steigerung um 33 Prozent aus. Sigrid Kneist

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