Amerika-Haus : City-West trägt sich zu Markte

Eine Zukunftswerkstatt im Amerika-Haus soll die Entwicklung der City-West steuern – und neue Investoren anlocken.

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Im Dreieck zwischen Bahnhof Zoo, Ku'damm und Tauentzienstraße soll sich viel verändern. -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Veranstaltungen zur Zukunft der City-West gab es im Amerika-Haus an der Hardenbergstraße schon oft – nun soll das einstige Kultur- und Informationszentrum der USA für mindestens drei Jahre zum zentralen „Marktplatz der Ideen“ werden. So drückte es am Montag der Regionalmanager Joachim Wolf aus, der gerade mit drei weiteren Stadtplanungsexperten seine Arbeit aufgenommen hat und im April ein Büro im 50er-Jahre-Bau eröffnet.

Für diese Zukunftswerkstatt steht rund eine Million Euro zur Verfügung. Ein Großteil davon kommt von der Stadtentwicklungsbehörde, die dafür auch Gelder aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“ und EU-Fördermittel einsetzt. 150 000 Euro steuern der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin und die Arbeitsgemeinschaft City bei.

Der Standort nahe Bahnhof Zoo und Breitscheidplatz scheint gut gewählt. Nur einen Steinwurf entfernt wächst das „Zoofenster“-Hochhaus heran, Ende 2011 soll darin ein Waldorf-Astoria-Luxushotel öffnen. Außerdem will die Bayerische Immobilien-Gruppe bald den „Zoobogen“ mit dem Kino Zoo-Palast und dem „Bikini-Haus“ in der Budapester Straße modernisieren. Im Frühjahr beginnt zudem die Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße. Nur der Bau des Riesenrads am Zoo wird, wie berichtet, immer unwahrscheinlicher.

Die Regionalmanager stammen aus zwei Stadtplanungsbüros und sehen sich als „Mittler“ zwischen Anrainern und als „Lobbyisten nach außen“. Der 46-jährige Joachim Wolf kennt die Gegend seit langem, er hat an der TU Stadtplanung studiert und wohnt in Ku’damm-Nähe. Er möchte mit dem „Vorurteil des angestaubten West-Zentrums aufräumen“. Auch aus Sicht von Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied der AG City, muss „die Braut besser geschmückt werden“, um Firmen und Forschungsstätten anzulocken. Die TU und die Universität der Künste kooperieren bereits, um die Gegend um den Ernst-Reuter-Platz zum öffentlichen „Campus City-West“ zu entwickeln. Laut Kupsch sind aber auch „Ideen für neuen Wohnraum“ nötig, denn in Charlottenburg-Wilmersdorf sei Wohnraum bereits knapp – und das erschwere nicht zuletzt Unternehmensansiedlungen.

Eine weitere Aufgabe ist die Planung des Jubiläums „125 Jahre Kurfürstendamm“, das Anlieger 2011 feiern wollen. Noch könne man dazu keine Details nennen, sagten Kupsch und Bezirks-Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD). In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wollen die Regionalmanager die Ladenpassage beleben, die neben dem Bahnhof Zoo die Kant- und Hardenbergstraße verbindet. Auch die ungepflegte Bahnbrücke in der Hardenbergstraße stört sie.

IHK-Stadtentwicklungsexperte Jochen Brückmann wies darauf hin, dass die City-West derzeit auch ein Parkleitsystem mit neuen Schildern erhalte; ein elektronisches System sei dagegen unnötig, da die Parkhäuser nie voll belegt seien.

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