Berlin : Amerikaner in Berlin: So amerikanisch war die Stadt noch nie

Amory Burchard

Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika
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Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Berlin ist in diesen Tagen so amerikanisch wie nie zuvor. Und das nicht nur wegen der großen Welle der Trauer und des Mitgefühls, das die Berliner dem amerikanischen Volk angesichts der Katastrophe entgegenbringen. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Abzug der alliierten Schutzmacht 1994 kamen und gingen insgesamt mehr als 500 000 Amerikaner in offizieller Mission. Aber heute leben mehr US-Bürger als je zuvor in Berlin, und mehr amerikanische Touristen als in diesem Jahr hat es noch nie gegeben. Laut Melderegister haben 10 775 US-Amerikaner ihren ersten Wohnsitz in Berlin. Seit dem Berlin Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland wurde, kommen Jahr für Jahr statistisch gesehen etwa 200 US-Bürger dazu: Vor zehn Jahren waren es rund 8000 und vor fünf Jahren 9700.

Die Geschichte des amerikanischen Berlins begann 1797 mit der Entsendung John Quincy Adams als erstem amerikanischem Botschafter nach Berlin. Er war der Sohn des zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Adams wohnte und residierte in einem Gebäude an der Friedrich-/Ecke Behrenstraße, unweit des Interimssitzes der heutigen Amerikanischen Botschaft in der Neustädtischen Kirchstraße und des künftigen Neubaus an der Stelle des im Krieg zerstörten Altbaus am Pariser Platz.

In psychischen Krisenfällen finden englischsprachige Berliner und Gäste seit März dieses Jahres qualifizierte Hilfe. Die kirchliche Telefonseelsorge hat unter der Telefonnummer 4401 0607 eine "Helpline international" eingerichtet. Am Dienstagabend war das Telefon wie immer von 18 bis 24 Uhr freigeschaltet. Aber niemand rief an, sagt Projektleiterin Christine Jubisch. Vermutlich hatten alle vor den Fernsehern gesessen und auch versucht, ihre Angehörigen und Freunde in den USA telefonisch zu erreichen. Wenn jedoch die ersten Nachrichten über Todesopfer und Verletzte einträfen, sei mit zahlreichen Hilfesuchenden zu rechnen. Die Arbeitszeiten der Telefonseelsorge auszuweiten, sei aus Mangel an ehrenamtlichen Helfern leider nicht möglich.

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