Berlin : Ampeln bremsen die Fahrt zur neuen Autobahn

Die Schaltung an der Kreuzung zur A 113 ist defekt. Es gibt heftige Kritik an der Verkehrslenkung

Stefan Jacobs,Klaus Kurpjuweit

Eigentlich sollte die neue Autobahn am Teltowkanal die Verkehrsprobleme im Berliner Südosten lösen. Doch seit der Eröffnung des Abschnittes zwischen Späthstraße und Adlershof am vergangenen Donnerstag herrscht zwischen Schönefeld, Rudow und Adlershof größeres Chaos als zuvor: Am Montagmorgen stauten sich die Autos auf dem Adlergestell schon ab dem Ende des Zubringers vom Berliner Ring durch Altglienicke. „Das war locker eine halbe Stunde – wenn nicht länger“, sagt Ramon Montana, der für mehrere Radiosender morgens mit dem Verkehrsflieger unterwegs ist.

Offensichtliche Ursache ist die Ampelschaltung an der Ecke Glienicker Weg/ Köpenicker Straße. Weil eine zusätzliche Linksabbiegerspur Richtung Autobahn eingerichtet wurde, fiel ein geradeaus führender Fahrstreifen weg. Jetzt wirkt die Ampel wie ein Nadelöhr, vor dem alle stecken bleiben – lange bevor sie die rettende Abbiegespur erreichen. Dort sei die Induktionsschleife defekt, die die Ampeln entsprechend dem Verkehrsaufkommen steuere, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Manuela Damianakis. Die Schleife solle noch in dieser Woche erneuert werden.Dafür müsse jedoch die Straße aufgerissen werden. Und dann müsse sich die Anlage noch „einpendeln“.

Aber auch diejenigen, die sich von Rudow her zur neuen Autobahn durchschlagen wollen, bleiben ebenfalls oft stecken, weil die Grünphase der Wegedornstraße am großzügig ausgebauten Ernst-Ruska-Ufer zu kurz sei, wie Montana sagt. „Da hat die Verkehrslenkung Berlin richtig Mist gebaut.“ Die Verkehrslenkung steuert vom Flughafengebäude in Tempelhof aus die meisten Ampeln der Stadt. Gestern nach 9 Uhr war die Ampel zwar aus, aber das Problem keineswegs gelöst, weil die Fahrer aus der Wegedornstraße die Vorfahrt zu beachten hatten.

Montana sagt: „Seit die Verkehrslenkung den Laden übernommen hat, tobt das Chaos.“ So habe die Polizei früher bei Baustellen an Einfallstraßen auf mindestens zwei befahrbare Spuren bis 9 Uhr geachtet. Weil die Verkehrslenkung den Bauleuten Genehmigungen schon ab sechs Uhr ausstelle, „ist jetzt manchmal ein Mörderstau“, sagt Montana. Aktuelles Beispiel sei die Landsberger Allee, auf der die Autofahrer am Montagmorgen ebenfalls über eine halbe Stunde vor der Kreuzung Weißenseer Weg gestanden hätten. „Die Verkehrslenkung funktioniert nicht, und man erreicht da auch niemanden.“ Auch dem Tagesspiegel gelang dies gestern nur auf Umwegen. Die Verkehrslenkung hat auf Montanas Kritik reagiert und will ihn jetzt zu einem Gespräch bitten.

Gelegentlich scheint man in der Verkehrslenkung auch den Überblick zu verlieren. Die Staus auf der Heerstraße würden durch die Vorrangschaltung für Busse der BVG verursacht, hatte die Verkehrslenkung mitgeteilt. Die BVG erklärte jetzt, dass es nur westlich der Jaczostraße Vorrangschaltungen für Busse gebe. Mängel an der Ampelschaltung gebe es vor allem an der Kreuzung mit der Gatower Straße. Seit Ende Mai versuchten die Planer zusammen mit der Verkehrslenkung, dies zu beheben. Denn auch die Busse stehen dort im Stau.

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