Berlin : An Anfang stand die Erste Hilfe

NAME

Das achtspitzige Kreuz im roten Kreis ist zum Markenzeichen der Johanniter-Hilfe (JUH) geworden, zu sehen ist es auf den beigefarbenen Krankenwagen und den Jacken der Sanitäter. Die Hilfsorganisation, die heute zu den Größten der Branche zählt, hat einmal bescheiden angefangen. In diesen Tagen feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen. Anfang der 50er Jahre war die Zahl der Autos und auch die Zahl der Verkehrsopfer dramatisch gestiegen. Da es damals nicht genug Pflegepersonal gab, entschloss sich der Johanniterorden, der älteste Ritterorden in Deutschland, die Johanniter-Unfallhilfe (JUH) zu gründen. Der Verein sollte Erste–Hilfe–Kurse anbieten. Die Gründung hört sich einfacher an, als es war. Die anderen Hilfsorganisationen, wie das Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund, fürchteten die Konkurrenz, und es fehlte das Geld. Außerdem mussten die Johanniter die Alliierten um Erlaubnis bitten. Nachdem bei einer Spendensammlung 8000 Mark zusammenkamen und die Genehmigung vorlag, konnte am 7. April 1952 die Johanniter-Unfallhilfe in das Vereinsregister eintragen werden. Ein Jahr später gab es von der Bundesregierung sagenhafte 108 000 Mark und vom Innenministerium 120 000 Mark. Nun gab es genug Geld für Ausbildungsmaterial, für Lehrer und Dienstkleidung. Ein Werbeplakat wurde gedruckt, ein Lehrfilm gedreht. Außerdem durfte die JUH mit den anderen Hilfsorganisationen den Polizeifunk abhören und zu einer Unfallstelle fahren. Der Rettungsdienst war noch nicht vernetzt, so half der, der zuerst da war. Heute sind in der JUH 8800 Menschen hauptamtlich und 18 000 ehrenamtlich tätig.

Zum Jubiläum predigt am heutigen Freitag um 10 Uhr im Berliner Dom Präses Manfred Kock. Anschließend findet vor dem Dom eine historische Unfalldarstellung statt. Auf dem Schlossplatz gibt es ganztägig eine Leistungsschau, unter anderem mit der Reiterstaffel, Rettungshunden und der Höhenrettung. Um 14.30 Uhr gibt es ein Torwandschießen mit Michael Rummenigge und JUH-Präsident Hans-Peter von Kirchbach. suz

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben