Berlin : An der Bar abgewiesen: Türken fühlen sich diskriminiert

„Die haben uns ganz eindeutig nur deshalb nicht reingelassen, weil wir Türken sind“, sagt Özlem Yilmazer . Die 29-jährige Berliner Journalistin wollte am Sonnabend Abend mit zwei befreundeten Frauen und einem Ehepaar nur in die Bar des „Solar“ im 17. Stock am Anhalter Bahnhof. Doch die Türsteher, so erzählt sie, verweigerten der kleinen Gruppe, zu der auch ein Bauunternehmer gehörte, den Einlass. Zur Begründung hieß es zunächst, es sei voll. „Aber gleichzeitig wurden mindestens 15 andere Leute reingelassen“, erzählt Özlem Yilmazer. Als die türkischstämmigen Besucher darauf verwiesen, dass ein befreundeter Rechtsanwalt bereits Plätze in der Bar für sie freihalten würde, habe eine Türsteherin gesagt: „Sie wissen doch wohl, dass Sie nicht unserem Zielpublikum entsprechen.“

Die Geschichte, die gestern in der „Hürriyet“ stand, habe bei den Berliner Türken viele Diskussionen ausgelöst, sagt die migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Bilkay Öney: „Leider geschieht diese Art von Diskriminierung nahezu täglich in Berlin und leider wehren sich viel zu wenige dagegen. Dabei könnten sie oft sogar klagen, denn es gibt schließlich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).“

Der Besitzer und Betreiber des „Solar“, Ric Verweyen, bestreitet die Diskriminierungs-Vorwürfe vehement: „Es gab nur einen Grund, warum diese Gäste nicht hereinkamen: Es war voll“, sagt er: „Ich habe es ihnen erklärt, aber sie haben gleich gedroht, dass sie es veröffentlichen werden.“ Andere, die eingelassen wurden, seien Stammkunden gewesen – „die werden in jedem Lokal bevorzugt“, sagt Verweyen. Und der Spruch mit dem Publikum habe sich nicht darauf bezogen, dass es sich um Türken handelte. das/J.O.

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