An der Havel in Berlin-Spandau : Ärger um Bootsstege: Welle der Beschimpfungen

Das Bezirksamt prüft strafrechtliche Schritte gegen die Verfasser einer Reihe von Schreiben, die einen Mitarbeiter beleidigt und beschimpft haben.

Nicht übernachten, kein Licht, kein Strom? Bootbesitzer sind irritiert, wie das gehen soll.
Nicht übernachten, kein Licht, kein Strom? Bootbesitzer sind irritiert, wie das gehen soll.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Verbale Angriffe und Beleidigungen: Ein Mitarbeiter des Spandauer Bezirksamts sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem Bootsbesitzer ihre Stege nur noch eingeschränkt nutzen dürfen. Das Bezirksamt prüft strafrechtliche Schritte gegen die Verfasser einer Reihe von Schreiben.

"Aggression gegen einen einzelnen Mitarbeiter, der Gesetze umsetzen wollte"

Ein an und für sich harmloser Vorgang sei von diversen Personen „überdramatisiert“ worden, sagt Amtsleiterin Anja Sorges. „Was mich besonders entsetzt hat, ist die Vehemenz und Aggression gegen einen einzelnen Mitarbeiter, der sich nichts zuschulden kommen ließ, sondern ausschließlich die gesetzlichen Vorgaben umsetzen wollte.“ Laut dem zuständigen Stadtrat Andreas Otti (AfD) sei das Handeln des Amtes ohne jede Beanstandung, der Wassersport sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen.

Ärger um Licht, Strom, Übernachtung auf Stegen

Auf Klage einer Wohnungseigentümergemeinschaft aus Kladow hatte das Verwaltungsgericht dem Bezirksamt im vorigen Sommer ein generelles Verbot mobiler Hausboote an Sportbootstegen untersagt. Das Amt hatte daraufhin alle laufenden Genehmigungsverfahren zurückgestellt und eine Anhörung der betroffenen Vereine gestartet.

Der Spandauer Yachtclub (SpYC), von dem die Proteste ausgingen, habe den Bedingungen, dass Eisfreihalteanlagen und Stegbeleuchtungen verboten sind, bereits zu einem früheren Zeitpunkt „ohne weiteres zugestimmt“, verteidgte sich das Bezirksamt. Der Bestand der Steganlage sei nicht in Frage gestellt worden. Nach dem „Hausboot“-Urteil muss das Amt der Kladower Gemeinschaft nun einen neuen Bescheid erteilen und will danach über die übrigen Anträge entscheiden. Eine Nutzung der Steganlagen des SpYC im Umfang und Inhalt der abgelaufenen Genehmigung werde vorläufig grundsätzlich möglich sein.

Inselstadt Berlin
Willkommen in der Inselstadt Berlin. Nee, um die Mauer soll's hier nicht gehen, sondern wirklich um - Berlins Inseln. Natürliche, künstliche, und andere, die nur so heißen. Dieses Foto entstand an der Anlegestelle an der Havelchaussee, tief im Grunewald - von dort geht's rüber nach Lindwerder. Es gibt noch viel mehr dieser schönen Urlaubsorte, für die man auch nicht in den Touri-Flieger steigen muss.Weitere Bilder anzeigen
1 von 40Foto: André Görke
08.02.2016 15:43Willkommen in der Inselstadt Berlin. Nee, um die Mauer soll's hier nicht gehen, sondern wirklich um - Berlins Inseln. Natürliche,...

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Wie alles begann: Stege ohne Licht? Bootsbesitzer irritiert - Bootsbesitzer an der Havel sind verunsichert: Plötzlich sind nur noch Stege ohne Licht erlaubt. Wassersportvereinen gingen entsprechende Schreiben des Bezirksamtes Spandau zu.

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Thema in der BVV Spandau: Gemeinsamer Antrag von vier Fraktionen. Spandau soll Auflagen für Stege stoppen. Die Bezirksverordneten fordern einen Verzicht des Umwelt- und Naturschutzamtes auf die angedrohten Auflagen für Wassersportler. 

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Sorge in anderen Bezirken: "Der Irrsinn geht weiter", hieß es später in Treptow-Köpenick.

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