Analyse des Wahlergebnisses : Ältere und Ärmere wählen eher nicht

Bei der Landtagswahl lag die Beteiligung bei noch nicht einmal 50 Prozent. Es war das schlechteste Ergebnis seit 1990.

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Den Gang in die Wahlkabine trat nicht einmal jeder zweite Brandenburger an.
Den Gang in die Wahlkabine trat nicht einmal jeder zweite Brandenburger an.Foto: dpa

Das geringste Interesse an der Landtagswahl hatten offenbar die Wähler in Brandenburg/Havel. Dort lag die Wahlbeteiligung bei gerade 38,6 Prozent. Am höchsten war die Wahlbeteiligung im Potsdamer Stadtzentrum samt Babelsberg mit 61,7 Pozent, landesweit waren es nur 47,9 Prozent. Es ist das schlechteste Ergebnis in Brandenburg seit 1990 und das drittschlechteste aller neuen Länder seit der Wende.

Durchgängig unter 45 Prozent lag die Wahlbeteiligung in einem bereiten Streifen von der westlichen Landesgrenze in Potsdam-Mittelmark und im Westhavelland bis in den Landesnorden in der Prignitz, in großen Teilen Oberhavels, in der Uckermark und in Teil des Barnims und Märkisch-Oderland.

Über 50 Prozent lag die Wahlbeteiligung nur in Potsdam samt Umlandgemeinden mit den südlichen Mittelmarkgemeinden, im westlichen Speckgürtel von Berlin, in den S-Bahn-Gemeinden im Norden Berlins um Hohen Neuendorf, Birkenwerder und schließlich in der Region um Bernau und Panketal. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab in der Region um den Flughafen Schönefeld mit Wildau, Zeuthen und Mittelwalde. Auch südlichen Teil von Dahme-Spreewald mit Luckau, Lübben, Lübbenau, dem Unterspreewald, Calau, Burg Vetschau sowie an der Grenze zu Sachsen im Kohlerevier um Welzow und Spremberg lag die Beteiligung über 50 Prozent. Im gesamten Rest des Landes wurde diese Marke verfehlt.

Brandenburgs Landeswahlleiter hat untersucht, unter welchen Umständen die Wahlbeteiligung gering oder hoch ist. In den Regionen mit hohem Anteil an Wohneigentum, Kirchengängern, mit Einwohnerzuwachs und jüngeren Menschen „war die Neigung, sich an den Landtagswahlen zu beteiligen, noch am stärksten“. Wo besonders viele Empfänger von Arbeitslosengeld II leben, der Anteil an leerstehenden Wohnungen und älteren Einwohnern groß ist, dort „war die Tendenz, der Wahl fernzubleiben, besonders verbreitet“.

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