Berlin : Andreas Nachama darf nicht predigen

Kultusreferat streicht liberalen Rabbiner von Gottesdienstliste

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In der jüdischen Gemeinde hat offenbar der Dauerstreit zwischen den liberalen und den konservativen Kräften eine neue Wendung genommen. Der liberale Rabbiner Andreas Nachama wurde von der Gottesdienstliste gestrichen. Nachama hält dies für einen Angriff „gegen alles, was liberal ist“. Ganz anders sieht es der Vorsitzende des Kultusreferats, Natan Del. Ein rein formales Argument sei ausschlaggebend. Auf die Liste kämen nur die drei fest angestellten Rabbiner der Gemeinde, ein Ehrenamtlicher habe darauf nichts zu suchen. Nur weil es bisher immer so gehandhabt wurde, dass auch Nachama auf der Liste auftauchte, sei das kein Grund, weiter so zu verfahren. Del glaubt, Nachama habe sich immer selbst darauf gesetzt. „Ich weiß ja nicht mal, ob Nachama überhaupt ein Rabbiner ist“, sagt Del, „er hat nie Unterlagen bei mir eingereicht.“ Nachama solle erst Zeugnisse vorlegen, bevor er Ansprüche erhebe. Nur weil er weltberühmt sei, heiße das nicht, dass er sich nicht an Formalitäten halten müsse. Die jüdische Gemeinde habe viel zu lange wie eine Behörde funktioniert, in der nichts hinterfragt wurde, so Del. clk

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