Berlin : Andreas Störzel gesucht: Hohe Belohnung für Hinweise auf flüchtigen Mörder

Klaus Wieking

Eine Belohnung in Höhe von 10.000 Mark hat der Polizeipräsident gestern für Hinweise zur Ergreifung des 38-jährigen Andreas Störzel ausgesetzt. Der als extrem gewalttätig und rücksichtslos geltende Störzel soll am 26. Mai am S-Bahnhof Hohenschönhausen seine ehemalige Lebensgefährtin Doreen W. mit einem Kopfschuss getötet haben. Außerdem werden ihm insgesamt vier Banküberfälle in Berlin und Brandenburg zur Last gelegt.

Wie jetzt bekannt wurde, hatte die Polizei schon nach einem Sparkassenüberfall in Breddin am 4. April in einem Fluchtauto einen Fingerabdruck Störzels gefunden. Gefahndet wurde wurde damals aber noch nicht nach dem Mann.

Die kriminelle Karriere des aus zerrütteten Familienverhältnissen stammenden Andreas Stölzel begann 1985 in der DDR. Dort wurde er wegen Raubüberfalls und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Bundesrepublik kaufte ihn später aus dem Gefängnis frei. Auch in der Bundesrepublik wurde Störzel straffällig und saß unter anderem wegen zweier Banküberfälle sieben Jahre Haft ab.

Am Freitag vergangener Woche beging Störzel nach Ermittlungen der Polizei eine kaltblütige Gewalttat. Auf einer Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Hohenschönhausen erschoss er seine 23-jährige Geliebte. Als Tatmotiv vermutet die Polizei verschmähte Liebe, da sich Doreen W. trennen wollte.

Nur vier Tage später überfiel Andreas Störzel sehr wahrscheinlich eine Filiale der Berliner Volksbank in der Chausseestraße in Mitte. Wieder machte er rücksichtslos von der Waffe Gebrauch und schoss zunächst auf eine Bankangestellte. Die Kugel blieb in einer Panzerglasscheibe stecken.

Auf seiner Flucht mit rund 30.000 Mark Beute wurde Störzel von einer Gruppe Männer verfolgt. Dabei hielt der Bankräuber einem der Männer eine Pistole an die Schläfe und drückte ab. Glücklicherweise löste sich kein Schuss. Der Täter konnte untertauchen. Insgesamt werden dem Gewalttäter vier Überfälle auf Banken und Sparkassen zur Last gelegt. Bei dem Überfall im brandenburgischen Breddin am 4. April, bei der Störzel mit einem Komplizen rund 50.000 Mark erbeutet haben soll, wurde in einem zurückgelassenen Fluchtauto ein Fingerabdruck des 38-Jährigen gefunden. Haftbefehl wurde damals aber noch nicht beantragt. Die Beweislage reichte der zuständigen Staatsanwaltschaft in Brandenburg offenbar nicht aus.

Nachdem bei den Ermittlungen zum Überfall in der Chausseestraße auch ein Geldschein aus dem Breddiner Raub gefunden worden war, wird jetzt aber nach Polizeiangaben auch in dieser Angelegenheit gegen Störzel ermittelt. Hinweise auf seinen Aufenthaltsort nimmt das 1. Raubkommissariat unter den Rufnummern 699 38473 oder 699 38482 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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