• Angeklagter schweigt vor Gericht in Berlin: Mann soll Mädchen in Keller gelockt haben

Angeklagter schweigt vor Gericht in Berlin : Mann soll Mädchen in Keller gelockt haben

Der 52-jährige Angeklagte soll zwölf Mädchen im Alter von sechs bis elf Jahren in einen Keller oder Hauseingang gelockt und sie dort zum Teil sexuell missbraucht haben. Heute begann der Prozess vor dem Kriminalgericht Moabit, der Mann schweigt zu den Vorwürfen.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Zwölf Mädchen hatten gehofft, dass ihnen eine Aussage vor dem Gericht erspart bleiben würde. Doch der 52-jährige Mann, der sie laut Ermittlungen „in sexueller Absicht“ in einen Keller oder Hauseingang gelockt haben soll, hat zu Beginn des Prozesses die Aussage verweigert.

Es geht um eine mutmaßliche Tatserie, die am frühen Nachmittag des 29. März 2012 in Marzahn begann. Ein neunjähriges Mädchen wurde im Eingangsbereich ihres Wohnhauses von einem ihm fremden Mann aufgefordert, mit in den Keller zu kommen. In einer dunklen Ecke soll er sie sexuell berührt haben. „Weil das Kind sich weigerte, öffnete der Angeschuldigte selbst den Reißverschluss der Jacke“, heißt es in der Anklage.

Täter lockte die Kinder auch mit Geld

Die Mädchen waren sechs bis elf Jahre alt. Einige habe der Angeklagte mit fünf Euro in den Keller locken wollen, anderen habe er versprochen, er würde ihnen etwas Tolles zeigen. Mehrere Kinder hätten entkommen können, bevor es zu einer sexuellen Berührung kam. In drei Fällen geht die Anklage von Missbrauch aus.

Lange tappte die Polizei im Dunkeln. Eine Spur ergab sich dann durch eine Überwachungskamera in einem Marzahner Wohnhaus. Kurz nach einem versuchten Übergriff auf eine Zehnjährige am 4. Juli 2013 flüchtete der mutmaßliche Täter rennend. Er wurde von einer Kamera erfasst. Drei Monate später kam es zur Fahndung mit einem Videobild. Es meldete sich Frank P. als der Gesuchte.

Angeklagter stellte sich selbst

Die Ermittler konfrontierten ihn zunächst mit zwei der nun angeklagten zwölf Vorfälle. Der Schlosser, der keine Vorstrafen hat, soll in einer Befragung erklärt haben: „Ich wollte keinem Kind wehtun.“ Wenn er Mädchen erschreckt haben sollte, tue es ihm sehr leid. Konkret aber sei P. nicht geworden, sagte eine Polizistin. Ein Haftbefehl wurde nicht erlassen. Am Mittwoch beginnt die Befragung der zwölf Mädchen.

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