Angriff auf Rabbiner : Friedenauer setzt 6000 Euro als Belohnung aus

Der Angriff auf Rabbiner Daniel Alter ist weiterhin nicht aufgeklärt. Weil ihnen die Ermittlungen zu schleppend vorangehen, haben Anwohner nun eine Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt.

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Der Rabbiner Daniel Alter wurde Opfer eines antisemitischen Angriffs. Für den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters sind 6000 Euro zur Belohnung ausgesetzt.
Der Rabbiner Daniel Alter wurde Opfer eines antisemitischen Angriffs. Für den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters...Foto: Björn Kietzmann

Der Angriff auf Rabbiner Daniel Alter vor einem Monat treibt die Friedenauer nach wie vor um. Eine Gruppe aus der Nachbarschaft und ein Berliner Geschäftsmann wollen 6000 Euro Belohnung aussetzen für denjenigen, der den entscheidenden Hinweis gibt zur Ergreifung der Täter. „Wir haben das Gefühl, dass die Ermittlungen nur schleppend vorangehen“, sagte ein Nachbar, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen will. Mit der Belohnung wolle man die Aufklärung vorantreiben.

Bilder: Solidaritätsbekundungen mit Rabbi Alter

Hunderte demonstrieren gegen Antisemitismus
Wieder aus dem Krankenhaus entlassen: Rabbi Daniel Alter trägt noch sichtbare Blessuren.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: dpa
02.09.2012 14:02Wieder aus dem Krankenhaus entlassen: Rabbi Daniel Alter trägt noch sichtbare Blessuren.

Eine andere Nachbarschaftsinitiative hat Namen und Schicksale von jüdischen Menschen zusammengetragen, die vor dem Krieg in dem Friedenauer „Musikerviertel“ lebten, wo auch Rabbiner Alter wohnt. Die Idee dazu hatte Eberhard Radczuweit, der in dem Viertel wohnt und auch dem Verein „Kontakte-Kontakte“ vorsteht, der Überlebenden aus den Nazi-Ghettos in der Ukraine private Spenden zukommen lässt.

„Der Überfall auf den Rabbiner hat viele Menschen im Kiez aufgewühlt“, sagt Radczuweit, „diese Aufregung wollte ich nicht einfach verpuffen lassen. Vielleicht können wir hier im Malerviertel Stolpersteine verlegen.“ Er hat in der Nachbarschaft Zettel verteilt, um über die früheren, deportierten Nachbarn zu informieren und für Sonnabend, 15.30 Uhr, in die Sozialstation in der Cranachstraße einzuladen. Dort will man gemeinsam über weitere Aktionen nachdenken.

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