Angriff mit Laserpointer : Familienvater greift Hubschrauber an

Durch den Lärm gestört, griff ein Familienvater einen Polizei-Hubschrauber mit einem Laserpointer an. Nun muss er sich wegen des gefährlichen Lichtsangriffes vor Gericht verantworten.

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Die Berliner Polizei (Symbolbild).
Die Berliner Polizei (Symbolbild).Foto: dpa

Polizei-Hubschrauber Adebar 17 kreiste über Rudow. Der Einsatz erfolgte wegen einer Meldung, dass es zuvor Schüsse und einen Verletzten gegeben habe. Die dreiköpfige Besatzung suchte systematisch – bis plötzlich grünes Licht in die Kabine fiel. „Wir gingen sofort von einem Lichtangriff aus, solche Blendungen sind keinesfalls eine Spielerei“, schilderten die Polizisten nun vor einem Amtsgericht.

Für den Anschlag vor zehn Monaten soll ein bislang unbescholtener Familienvater verantwortlich sein. Der Elektromechaniker von 46 Jahren aber schwieg zunächst. Drei Attacken innerhalb von knapp acht Minuten, die längste mindestens fünf Sekunden lang. Davon geht die Anklage aus. Der Täter habe in Kauf genommen, dass der Pilot geblendet wird, die Kontrolle über den Hubschrauber verlieren könnte. Nur durch ein umsichtiges Flugmanöver habe die Besatzung dem Beschuss ausweichen können.

Adebar 17, eingesetzt zur Rettung, riss in jener Nacht vermutlich viele Anwohner aus dem Schlaf. Der Lärm soll das Motiv des Elektromechanikers gewesen sein. Aus Wut habe Detlef F. zum Laserpointer gegriffen, so die Anklage. Noch in der Julinacht war er mit dem Vorwurf konfrontiert worden. Denn die Kameratechnik an Bord hatte den Angriff aufgezeichnet und lokalisiert. Die Kollegen am Boden wurden informiert. Familienvater F. soll sofort zugegeben haben, dass ihn der Krach „tierisch genervt“ habe. Eine Gefährdung habe er jedoch nicht gewollt. Und er gab das Gerät heraus.

Im Prozess wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr deutete sein Verteidiger an, dass ein weiterer Mann vor Ort war. Nicht sein Mandant sei der Täter gewesen. Doch über die zweite Person wolle er nichts sagen. „Jetzt jedenfalls nicht“, so der Verteidiger.

Angriffe mit Laserpointer sind kein Kavaliersdelikt. „Eine dunkle Kabine ist in dem Moment taghell, als würde ein Scheinwerfer übers Zimmer schwenken“, so der Flugtechniker, der mit im Cockpit saß. Wird der Pilot geblendet, „kann er möglicherweise minutenlang nichts sehen“, so der nächste Zeuge. In ihrem Fall sei zum Glück niemand verletzt worden.

Ob ein im Schlaf gestörter Familienvater zum gefährlichen Angreifer wurde, wird das Amtsgericht Tiergarten vermutlich nach der Befragung weiterer Zeugen am 2. Juni beurteilen.

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