Angst um Sponsoren : Kein Platz für das Technikmuseum in Tempelhof?

Nach dem befürchteten Aus für die Pläne, in Tempelhof einen Teil der Luftfahrtsammlung des Deutschen Technikmuseums unterzubringen, befürchtet man dort, dass nun potenzielle Sponsoren abspringen werden.

Wenn nicht kurzfristig klar sei, ob die Zweigstelle für die Sammlung der Nachkriegszeit in Tempelhof gezeigt werden könne, seien Interessenten aus der Industrie wohl nicht zu halten, sagte am Dienstag der Leiter der Luftfahrtabteilung des Technikmuseums, Holger Steinle. Das Museum wollte in einem oder zwei der sieben Hangars von Tempelhof die Nachkriegszeit einschließlich der Raumfahrt dokumentieren. Gespräche mit Sponsoren habe es bereits gegeben. Um deren Gunst werben aber auch andere Institutionen.

Steinle schließt nicht aus, dass es auch eine gemeinsame Lösung geben kann. Platz müsste es für das Museum und die Messe auch in einem gemeinsam genutzten Hangar geben können, sagte er. Ein großer Teil der Ausstellungsstücke würde ohnehin in den 22 Meter hohen Hallen über dem Boden schweben. Und auch im Stammhaus des Museums in Kreuzberg finden regelmäßig Veranstaltungen inmitten der ausgestellten Objekte statt. Gespräche könnten auch für Tempelhof zu einer ähnlichen Lösung führen, hofft Steinle.

Zunächst muss er aber das Depot des Museums dort räumen. Die sieben Maschinen, darunter mit der VFW 614 das erste in der Bundesrepublik entwickelte Düsenverkehrsflugzeug, das auch von der Flugbereitschaft der Bundesregierung eingesetzt worden war, werden auseinandergenommen und bis auf Weiteres in Container verpackt.

In der Luft hängen auch die Pläne des Alliiertenmuseums, von Dahlem nach Tempelhof zu ziehen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte am Dienstag, er lege Wert darauf, dass das Alliiertenmuseum auch die Geschichte des Flughafens Tempelhof präsentiere. „Das Museum soll einen Zugang zum Flugfeld haben, um auch außen etwas darzustellen“, sagte Wowereit. Das sei „vertraglich geregelt“. Jetzt fehle nur noch, dass der Bund das Alliiertenmuseum finanziere. Ein möglicher Themenpark der Luftfahrtindustrie, wie er ebenfalls entwickelt worden war, sei eine „tolle Idee“, allerdings müsse so etwas auch finanziert werden. Wowereit schloss nicht aus, dass dies in Kooperation mit dem Alliiertenmuseum gelingen könnte. kt/sib

0 Kommentare

Neuester Kommentar