• Angst vor Dieben – Praxisgebühr macht Ärzte nervös Drei Einbrüche in zehn Tagen in einer Praxis. LKA berät Mediziner

Berlin : Angst vor Dieben – Praxisgebühr macht Ärzte nervös Drei Einbrüche in zehn Tagen in einer Praxis. LKA berät Mediziner

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Viele niedergelassene Ärzte hatten gewarnt: Wenn wir die zehn Euro Praxisgebühr kassieren müssen, dann werden unsere Praxen zu lohnenden Zielen für Einbrecher. Und tatsächlich wurden einige Berliner Praxen seit Beginn des Jahres von Dieben heimgesucht. So zum Beispiel die Schöneberger Praxisgemeinschaft von Alexander Schütz, in der elf Mediziner zusammenarbeiten. In den letzten zehn Tagen traf es sie schon drei Mal, das letzte Mal in der Nacht zum Dienstag. „Mit einer Bergsteigerausrüstung kam der Einbrecher übers Dach, hat Fenster, Türen und Schränke aufgebrochen“, sagt Schütz. Er fand allerdings nur magere Beute: ganze 300 Euro. Denn die Kollegen schaffen die kassierten Gebühren viermal am Tag zur Bank. Am Mittwoch waren Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) da und berieten die Mediziner über Sicherungsvorkehrungen. „Das alles wird teuer“, sagt Schütz. Doch schlimmer sei die psychische Belastung: „Ich komme jeden Morgen mit Herzklopfen in die Praxis, und wenn ich frei habe, fürchte ich das Alarmklingeln des Telefons, dass doch wieder was passiert ist.“

Beim LKA melden sich immer mehr besorgte Ärzte, die sich nach Sicherungsmöglichkeiten erkundigen. „In den letzten sechs Tagen waren es zwanzig, meist Ärztehäuser oder Gemeinschaftspraxen“, sagt Rüdiger Geipel, Fachberater vom LKA für technische Prävention. Dann fahren Geipel und seine Kollegen in die Praxen und beraten vor Ort – noch kostenlos. Allgemein empfiehlt Geipel den Medizinern, sich mindestens einen in der Wand verankerten Safe zuzulegen und eine Alarmanlage zu installieren, die mit einem privaten Wachdienst verbunden ist.

Die Polizei kann nicht bestätigen, dass tatsächlich nach der Einführung der Praxisgebühr mehr Mediziner EinbruchsOpfer wurden. Auch zuvor sei in Praxen eingebrochen worden, zum Beispiel um Rezeptblöcke oder berauschende Schmerzmittel zu stehlen. I.B.

Beratungstermine des LKA können unter Telefon: 4664 34 666 vereinbart werden

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