Berlin : Angst vor einem "Filialsterben"

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Wenn Deutsche und Dresdner Bank fusionieren, werden voraussichtlich nicht nur neue Firmenschilder angeschraubt. Gewerkschaften und Personalräte befürchten ein "Filialsterben". Sogar von betriebsbedingten Kündigungen ist die Rede. Einem Schritt, zu dem es nach Angaben der Gewerkschaft HBV bei den Rationalisierungen der vergangenen Jahre noch nicht gekommen ist. "Wenn es wirklich zur Fusion kommt, wird die Hälfte der Filialen schließen", schätzte gestern Wolfgang Monden, Mitglied des Berliner Betriebsrats von Deutscher Bank und Deutscher Bank 24. Details der Fusions-Pläne kannten aber weder Monden noch sein Betriebsratskollege von der Dresdner Bank.

Die beiden Finanzinstitute stehen vor der Fusion zum größten Bankkonzern der Welt. Die Aufsichtsräte der Unternehmen wollen heute über den geplanten Zusammenschluß beraten. "Die Stimmung ist denkbar schlecht. Kollegen rufen an und wollen Informationen", sagte der Berliner Betriebsratsvorsitzende der Dresdner Bank, Rolf-H. Helmbold. Er könne ihnen auch nichts sagen. Zwar gebe es die Zusage des Vorstandes, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2000 ausgeschlossen seien, die Frage sei aber, was dann passiert. Die Dresdner Bank unterhält derzeit 73 Filialen in der Stadt und hat schätzungsweise 2500 Mitarbeiter. Die Deutsche Bank 24 beschäftigt in ihren 89 Filialen 1416 Mitarbeiter. Dazu kommen 928 Beschäftigte der Muttergesellschaft.

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