Anhalter Bahnhof : Geplantes Vertriebenenmuseum erhält Gedenkstätte

Das Vertriebenenmuseum am Anhalter Bahnhof soll zusätzlich eine Gedenkstätte erhalten. Streit gibt es um die Forderung, einen bundesweiten Gedenktag für die Opfer der Vertreibung einzuführen.

Sebastian Schneller

Das geplante Berliner Vertriebenenmuseum am Anhalter Bahnhof soll um eine Gedenkstätte erweitert werden. Hier soll der Deutschen gedacht werden, die bei der Vertreibung zum Ende des zweiten Weltkriegs namenlos verstarben. Der Bundestag stimmte einem entsprechenden Antrag von Union und FDP am Donnerstagnachmittag mehrheitlich zu. Im März soll dann ein Architekturwettbewerb zum Umbau des Deutschlandhauses zum Vertriebenen-Dokumentationszentrum ausgeschrieben werden.

Der Antrag anlässlich des 50. Jahrestages der „Charta der Heimatvertriebenen“ verursachte im Bundestag eine hitzige Debatte. Streitpunkt war vor allem die ebenfalls darin enthaltene Forderung, den 5. August zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Vertreibung zu erheben. An diesem Tag wurde das Dokument von den Landsmannschaften verabschiedet. Die Charta lese sich, als habe es Holocaust und Millionen Kriegstote nie gegeben, kritisierte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Alle Oppositionsparteien stimmten gegen den Antrag. Auch der Zentralrat der Juden bezeichnete ihn als „falsches Signal“.

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