Berlin : Ankerplatz

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Sie ist Berlins größte Baugrube und erst jetzt, da das letzte Grundwasser abgepumpt ist, kann man sie in voller Schönheit erkennen. Das 16 Meter tiefe Loch am „HauptbahnhofLehrter Bahnhof“ wird zum Fundament für die Bahnsteige und Gleise von Fern- und Regionalbahn und U-Bahnlinie 5. Die tiefe Grube, aus der die Anker der Bodenplatte ragen, bildet auch die Basis für die zwei „Bügelbauten“, die künftig die große Bahnhofshalle in ihre Mitte nehmen, ihr einen urbanen Rahmen geben sollen. Damit hat jetzt die letzte Bauphase für das Bahnhofs-Großprojekt begonnen, das rund 700 Millionen Euro kostet und nach Angaben der Bahn fristgerecht zur Fußball-WM 2006 fertig wird. Für den größten Turmbahnhof Europas waren seit 1995 insgesamt neun Baugruben nötig. Die größte und letzte verbarg sich in den vergangenen Monaten unter einem Riesensee aus Spül- und Grundwasser, dessen Ausmaße an die Baggerseen aus der Bauphase des Potsdamer Platzes erinnerten. Das Wasser blieb in der Grube, bis die Sohle der künftigen unterirdischen Halle von Tauchern betoniert war, fest verankert mit großen Dübeln, die 24 Meter in die Erde ragen. Vor vier Wochen wurde begonnen, das Wasser abzupumpen. Hany Azer, Leiter des Projektzentrums Nord-Süd-Verbindung der DB Projekt-Bau, machte die Menge am Mittwoch recht anschaulich: Danach hätte man, um den See trockenzulegen, 20 Millionen Wassereimer aus der Grube transportieren müssen. Mit den Bauarbeiten in den Tiefen des Erdreichs wird nun zusammengefügt, was aus allen Richtungen an Tunnelröhren an den Bahnhof heranragt. Über 400 Meter lang wird die unterirdische Anlage sein und Platz für vier Bahnsteige und acht Gleise haben. C.v.L/Foto: Uwe Steinert

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