Anklage gegen Bushido : Jetzt soll sich der Chef-Ankläger erklären

Wie stark waren Klaus Wowereit und sein Anwalt in das Verfahren gegen den Skandalrapper Bushido involviert? Das soll nun geklärt werden.

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Im Fokus wegen Hasstiraden in seinem neuesten Song: Rapper Bushido.
Im Fokus wegen Hasstiraden in seinem neuesten Song: Rapper Bushido.Foto: dpa

Die Vorgänge um die missglückte Bushido-Anklage haben für den Chef der Staatsanwaltschaft Andreas Behm erste Konsequenzen. Der Behördenleiter muss sich nach Tagesspiegel-Informationen auf Anweisung der Generalstaatsanwaltschaft für seine unklaren Angaben rechtfertigen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür jedoch nicht. Behm soll nun erklären, weshalb er dem Landgericht, das die Bushido-Anklage abwies, trotz konkreter Nachfrage ein Telefonat mit Klaus Wowereits Rechtsanwalt Christian Schertz verschwieg.

Wowereit sah sich verunglimpft

Eine Einflussnahme bestreiten sowohl Behm als auch Wowereit und sein Anwalt. Es soll sich bloß um eine Fallschilderung gehandelt haben. Behm sprach von einem „Irrtum“, dass er dem Gericht nichts davon berichtet hatte. Bushidos Verteidiger Stefan Conen warf dem Behördenchef vor, einen unwahren Aktenvermerk gefertigt zu haben.

Nach dem Gespräch hatte Wowereit direkt bei Behm Strafanzeige erstattet, weil er sich von Bushidos Song „Stress ohne Grund“ beleidigt sah. Dem Bürgermeister lag daran, dies in seiner dienstlichen Funktion zu tun. Ob oder seit wann Wowereit vom Vorstoß seines Anwalts wusste, wird von der Senatskanzlei bisher nicht bekannt gegeben. Bislang heißt es nur, es sei dessen Sache, wie dieser „in Sachen Kontaktaufnahmen agiert.“ Der Chef der Staatsanwaltschaft soll sich für die umstrittene Anklage starkgemacht haben, obwohl es in der Behörde viel Widerstand gab.

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