Ankündigung der GEW Berlin : In Berlin droht ein neuer Lehrerstreik

Schon in wenigen Wochen könnte es an den Berliner Schulen wieder Lehrerstreiks geben. Der Finanzsenator habe Tarifverhandlungen abgelehnt, sagt die GEW.

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Im März 2015 streikten die Lehrer zuletzt.
Im März 2015 streikten die Lehrer zuletzt.Foto: picture alliance / dpa

Seit neun Monaten gab es keine Lehrerstreiks mehr in Berlin, man hatte sich schon fast daran gewöhnt. Doch bald könnte es wieder losgehen. Seit Herbst führt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach eigenen Angaben informelle Gespräche mit Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Die Lehrergewerkschaft will die Aufnahme von Tarifverhandlungen über eine Entgeltordnung für die Berliner Lehrkräfte erreichen.

Am 21. Dezember habe Kollatz-Ahnen abgelehnt, teilte die GEW am Dienstag mit: "Es ist nun in den nächsten Wochen mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen." Weitere Einzelheiten will die GEW auf einer Pressekonferenz am 6. Januar mitteilen.

Seit vielen Jahren gibt es Streit um die Vergütung der angestellten Lehrkräfte. Zur Eingruppierung der Pädagogen gibt es bisher keinen von den Gewerkschaften unterschriebenen Tarifvertrag. Nach den großen Lehrerstreiks 2013 hatte es Tarifverhandlungen auf Bundesebene gegeben und im März diesen Jahres wurde auch eine Einigung zu Gehaltserhöhungen erzielt, kurz zuvor hatte es die vorerst letzten Streiks gegeben.

Eine Vereinbarung über die Eingruppierung der Lehrkräfte (sog. L-EGO) wurde zwar vom Beamtenbund, nicht aber von den Gewerkschaften unterschrieben. "Wir sind deshalb der Auffassung, dass dieser Tarifvertrag für unsere Mitglieder nicht gilt", sagt GEW-Tarifexperte Udo Mertens. "Darin sind Verschlechterungen für verschiedene Beschäftigte enthalten, etwa für Quereinsteiger." Die GEW fordert, dass alle Lehrkräfte in die gleiche Entgeltgruppe, nämlich E 13, eingruppiert werden. Auch Quereinsteiger ohne volle Lehrerausbildung sollen nach höchstens zwei Jahren so vergütet werden.

Zudem will die GEW Zulagen vertraglich absichern, mit denen der Gehaltsunterschied zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern ausgeglichen werden soll. Seit einigen Jahren bekommen aus diesem Grund in Berlin auch Berufseinsteiger gleich das in ihrer Stufe höchstmögliche Gehalt. Allerdings ist diese Regelung außertariflich.

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