Anonyme Geburten : Gesundheitssenator Czaja gegen Abschaffung der Babyklappen

Im Streit um die Zukunft von Babyklappen hat sich der Berliner Gesundheitssenator eindeutig positioniert. Er sprach sich gegen ein Verbot der Klappen aus.

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"Babywiege" am Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede.
"Babywiege" am Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede.Foto: dapd

Berlins Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja (CDU), hat sich am Freitag gegen ein Verbot von anonymen Geburten und für die Erhaltung der Babyklappen ausgesprochen. Er besuchte am Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede die „Babywiege“, in der seit etwa zehn Jahren mehr als 20 Kinder abgelegt wurden. Czaja sagte, durch die insgesamt vier Babyklappen sei möglicherweise verhindert worden, dass Neugeborene getötet wurden.

Die rechtlichen Bedenken kenne er wohl, aber: „Das darf nicht dazu führen, dass solche Angebote abgeschafft werden.“ Ähnliches gelte für die Möglichkeit der anonymen Geburt, die nach Plänen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) verboten und durch eine „vertrauliche Geburt“ ersetzt werden soll. Er befürchte, dass Frauen, die sich in auswegloser Lage wähnten, nur durch die Möglichkeit, anonym bleiben zu können, erreicht würden.

Erst dann könne sich Vertrauen herausbilden. Die Initiatorin der „Babywiege“, Gabriele Stangl, und der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Waldfriede, Ingo Leister, bestätigten dies. So hätten sich 95 Prozent der Frauen, die im Krankenhaus Waldfriede erst anonym gebären wollten, dann doch noch anders entschieden.

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