Berlin : Anschlag: Baumaschine auf Bahngleise gestellt

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Eine Regionalbahn ist gestern früh um 5.57 Uhr zwischen den Bahnhöfen Spandau und Staaken mit einem Radlader zusammengestoßen und entgleist. Unbekannte Täter hatten die sechs Tonnen schwere Maschine vorher bei dem an dem Gleis gelegenen Unternehmen Orenstein & Koppel aufgebrochen. Die Lokomotive und das Drehgestell des ersten Doppelstockwagens entgleisten. Die sechs Reisenden und der Lokführer wurden nicht verletzt.

Von den Tätern, die zudem bei O & K einen Zehn-Tonnen-Radlader aufgebrochen hatten, fehlt jede Spur. Da der Zug auf der Verbindungskurve zwischen den Strecken nach Hamburg und Hannover entgleiste, konnten nach 7.14 Uhr die Züge über die Hauptstrecke umgeleitet werden. Es kam kaum zu Verspätungen. Die Bahn will das Gleis heute um 18 Uhr wieder frei geben.

Die Regionalbahn mit der Nummer 38825 hatte pünktlich um 5.54 Uhr früh den Bahnhof Spandau verlassen, um als RB 21 über den Berliner Außenring nach Griebnitzsee zu fahren. Kurz vor dem ersten Bahnhof, Berlin-Staaken, kollidierte er mit dem Baufahrzeug. Der Lokführer hatte bei Tempo 80 noch eine Gefahrenbremsung eingeleitet. Dem Bundesgrenzschutz war schnell klar, dass nicht Bauarbeiter eine Maschine vergessen hatten, sondern dass es um eine kriminelle Tat ging. Der Radlader wurde aufgebrochen und dann die steile Böschung auf die Gleise gefahren. Danach fuhren die Täter noch ein Stück auf dem Gleis entlang, bis sie das Gerät abstellten. Die Hintergründe sind unklar. Von einem gezielten Anschlag wollte der BGS aber nicht sprechen. Ungewiss ist auch, ob der zweite Radlader ebenfalls auf die Gleise gestellt werden sollte und ob die Täter gestört wurden. Das Unternehmen Orenstein & Koppel wollte nichts zu dem Einbruch sagen, auch nicht ob bei den abgestellten Maschinen der Zündschlüssel steckte. Erleichterung herrschte bei der Bahn, dass bei dem Unglück die schwere Lokomotive aus DDR-Produktion an der Spitze des Zuges fuhr. Wenn der - wesentlich leichtere - Steuerwagen an der Spitze gewesen wäre, hätten Fahrgäste zumindest verletzt werden können.

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