Berlin : Anschluss unter alter Währung

Telekom stellt Münzfernsprecher auf, die D-Mark akzeptieren

Florian Urschel

Der Hinweis überrascht so manchen, jetzt, im Jahr 2006: „Hier auch mit D-Mark telefonieren!“ Mit dieser knappen Aufforderung werben zahlreiche Telefonsäulen der Deutschen Telekom in ganz Berlin – mehr als viereinhalb Jahre nach der Währungsumstellung auf den Euro. Doch was zunächst so klingt, als ginge es um eine Wiederbelebung der D-Mark, ist eigentlich nur eine besondere Werbeaktion. Die Telekom stellt derzeit vermehrt Münzfernsprecher auf, die neben Euro auch D-Mark akzeptieren – und bewirbt das fleißig. Wer öfter mit den „Öffentlichen“ telefoniert, weiß jedoch, dass das die meisten Geräte schon lange akzeptieren.

Hinter der Aktion stecke mehr als ein Werbegag, behauptet Telekom-Pressesprecher Niels Hafenrichter: „Wir wollen, dass die Leute etwas haben, wo sie ihre Mark- und Pfennigbestände sinnvoll ausgeben können.“ Deshalb seien die meisten der rund 2700 öffentlichen Münzfernsprecher in Berlin mit Software ausgerüstet, die neben Cent und Euro auch die alte Währung erkennt. Die Geräte gibt es nicht nur in der Hauptstadt. „In ganz Deutschland stellen wir D-Mark-Telefone auf“, sagt Hafenrichter.

Schätzungen der Deutschen Bundesbank geben der Telekom Recht: Im vergangenen Frühjahr lagerten ungefähr 7,26 Milliarden Mark in Münzen in deutschen Haushalten, die Sondermünzen nicht mitgerechnet. Kein Wunder also, dass 2005 bundesweit täglich bis zu 7000 Anrufe mit der alten Währung bezahlt wurden, wie der Telekom-Pressesprecher sagt .

Nach dem Münzeinwurf rechnet die Software Mark und Pfennige sofort in Euro und Cent um – und rundet die Beträge ab. Eine Mark ist also in der Telefonzelle 50 Cent wert. Die reichen dort, um innerhalb von Berlin knapp zwei Minuten zu telefonieren. Mit den D-Mark-Telefonen gibt man seine alten Münzen also nicht nur sinnvoll aus, sondern auch ziemlich schnell.

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